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Wissenswertes über die Panzer von 1903 bis 1918:

Das erste "Panzerauto" der Welt wurde 1903 von Paul Daimler gebaut. Es wurde bei einem Manöver im Jahre 1906 dem österreichischen Kaiser vorgeführt, aber er, sowie auch seine Generäle, lehnten eine Weiterentwicklung ab. In Deutschland arbeitete Heinrich Ehrhardt an gepanzerten bzw. halbgepanzerten Fahrzeugen, doch das Militär lehnte seine Entwicklungen als "Spielerei" ab.(Der erste "moderne" Panzer, also mit dem Konzept: Waffe, Drehturm, Motor, Gleiskette und Panzerung wurde 1911 von dem Österreicher G.Burstyn entwickelt, aber nie gebaut, da niemand sich für diese Idee interessierte).1914 standen dem deutschen Heer, im Gegensatz zu den Engländern und Belgiern, dann auch keine gepanzerten Fahrzeuge zur Verfügung, was sich als tragisch erweisen sollte. Der halbgepanzerte PKW von Opel fand ebenfalls keinen Käufer und wurde belächelt, so daß er demontiert wurde und das Fahrgestell eine andere Verwendung fand. Erst im Oktober 1914 wurden deutsche Firmen mit der Entwicklung von Panzerfahrzeugen beauftragt, da sich die Truppe den gepanzerten Aufklärungsfahrzeugen der Belgier und Briten gegenüber sah. Mit der Fehlkonstruktion des Daimler Marienwagens verlor man unnötig viel Zeit und auch das Panzerautomobil von Büssing bewährte sich nicht, so daß es bei einem Prototyp blieb. Vom Daimler Panzerautomobil wurde auch nur ein Exemplar hergestellt, da Daimler mit anderen Aufträgen vollkommen ausgelastet war. Das meistgebaute Panzerfahrzeug der Deutschen wurde dann der Ehrhardt Straßenpanzerwagen von 1917 mit einer Anzahl von 33 Stück. In der Not des Krieges wurden Beutefahrzeuge der Engländer zu den meistbenutzten Panzern der Deutschen, die etwa 75 dieser britischen Tanks einsetzten. Der sog. "Dür-Wagen" war ursprünglich 1916 als Fahrgestell für einen Panzer entwickelt worden, erwies sich aber als zu schwach, so daß man die 10 Fahrgestelle als Munitionsschlepper benutzte. Der einzige Panzer der Deutschen, der Sturmpanzerwagen  A.7.V. kam erst im März 1918 an die Front. Es wurden nur 23 Stück fertig und die restlichen ca.: 75 Fahrgestelle wurden als sog. "Überlandwagen" bekannt und zogen Geschütze oder transportierten Munition. Der A.7.V. war eine recht brauchbare Konstruktion, doch das Nachfolgemodell mit der Bezeichnung A.7.V.-U. wurde ein totaler Fehlschlag, so daß die Weiterentwicklung eingestellt wurde. Große Hoffnungen setzte man auf den wahrlich monströsen K-Wagen, von dem bei Kriegsende 2 Prototypen fertig waren. Leider weiß man nicht, ob diese Ungetüme überhaupt gelaufen wären, denn die Siegermächte ordneten die sofortige Vernichtung dieser Panzer an. Selbst die Bitte um eine Probefahrt wurde strikt abgelehnt, so daß es nie ergründet wurde, ob der K-Wagen überhaupt benutzbar gewesen wäre. Im Jahre 1917 wurden stillgelegte PKW zu leichten Panzerkampfwagen umgebaut, wie zB. der sog. L.K.I., von dem aber nur dieser eine Prototyp angefertigt wurde. Von dem L.K.II. wurden aber im Juni 1918 sage und schreibe 580 Wagen in Auftrag gegeben, von denen aber nur sehr wenige fertig wurden. Diese Fahrzeuge wurden nach dem Krieg von der schwedischen Armee übernommen, wo sie noch jahrelang liefen. Als letzte Anmerkung möchte ich noch erwähnen, das den Alliierten im I. Weltkrieg ca.: 6000 Panzer zur Verfügung standen, wobei die Franzosen die besten Typen entwickelt hatten. (Die Deutschen hatten 23 A.7.V. eigener Herstellung und ca.: 75 "Beutetanks" engl. Produktion).
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