| Rezension:
Russland.
Wir schreiben das Jahr 1812. Napoleon versucht seinen Einflussbereich
auszudehnen. Beresina, Krasnoi, Smolensk, Borodin und Moskau. Wichtige
Namen auf dem Weg Richtung Osten. Wichtige Namen aber auch, die den
Anfang vom Ende des napoleonischen Großreiches einläuteten.
Hierzulande verbinden Wargamer das Jahr 1812 wohl in erster Linie mit
dem Russlandfeldzug Napoleons. Doch das brandneue rundenbasierte
Taktikprogramm von HPS
Simulationen hat nichts mit der unendlichen Weite vor dem Ural
zu tun. Ganz im Gegenteil! Wir befinden uns in den jungen
Vereinigten Staaten. Vom Norden bis in den Tiefen Süden lodern erneut
die Kämpfe zwischen dem Englischen Königshaus und einer jungen
amerikanischen Demokratie.
Erneut kann der
Wargamer in die bunte Welt der Uniformen eintauchen. Doch wird er hier
nicht so gekannte Namen wie Bunker Hill wiederfinden. Lundy’s Lane,
Crysler’s Farm, Bladensburg, Burlington Heights, Chateauguay und
Chippawa sind Schlachtschauplätze aus diesem Feldzug von 1812-1814.
Für alle die, die
Campaign 1776: The American Revolution bereits kennen, der
Grenadier hat in einem Review ausführlich darüber berichtet, wird
The War of 1812 ein bekanntes Bild bieten. An der Spielführung hat
HPS nichts wesentliches verändert. Es stehen einem erneut eine
Vielzahl an Menüpunkten zur Verfügung, die Details im Schlachtablauf
regeln. Ganze 152 MB bringt 1812 auf die Waage. Dafür bekommt man auch
einiges geboten. So kann man wie bisher eine Vielzahl an Schlachten
aufrufen. Zudem kann man sich über Karten den genauen Schauplatz der
Schlacht ansehen und ganz einfach mittels einer Nummer das gewünschte
Szenarium finden. Allerdings gibt es manche Szenarien öfters, sodass
eine Schlacht nicht nach dem ersten Sieg langweilig wird. Man findet
z.B. Bladensburg mit 4 möglichen Abläufen: Historische Schlacht,
Historische Schlacht mit wechselndem Wetter, hypothetische Schlacht und
hypothetische Schlacht mit wechselndem Wetter.
Im speziellen hat Bladensburg in Summe 2 historische und 6 "What
if"-Schlachten.
Wem das nicht genug ist, der kann in den Campaignmodus einsteigen. Hier
findet man 4 Feldzüge. Nach der Seitenwahl wird die Situation
geschildert. Sehr gelungen finde ich, dass der Spieler plötzlich eine
Entscheidung auf strategischer Ebene treffen muss. So kann man den
Befehl geben, seine Armee in Verteidigung zu halten oder eine neue
Auffangstellung etwas näher beim Feind zu errichten. Der Angreifer kann
auch entschieden, ob er schnell angreift, vorsichtig oder gar seine
Armee an Ort und Stelle lässt und die Schlacht verschiebt. Doch wenn
man eine Entscheidung getroffen hat, dann geht es los. Man findet sich
wieder am Schlachtfeld und marschiert mit fliegenden Fahnen und
klingendem Spiel dem Gegner entgegen.
Einheiten können sich zusätzlich noch in Leichte Infanterie,
Linieninfanterie oder Grenadiere unterscheiden. Kavallerie ist zwar
vorhanden, spielt aber eine eher geringe Bedeutung.
Prinzipiell ist das Spielgeschehen klar. Eine Truppe greift an,
die andere verteidigt. Objekte müssen erobert, der Gegner geschlagen
oder vertrieben werden. Ein schöne Variante finde ich die Ausbruchs-
oder Überfallsszenarien. So muss man ein Fort räumen, wobei der Gegner
natürlich nicht tatenlos zusieht. Oder eine Kolonne marschiert
"friedlich" durch die Gegend, während schon links und rechts
des Weges böse Indianer nur auf den Angriff warten, um sich ein paar
Skalps zu holen.
The War of 1812
kann man natürlich nicht nur gegen die KI spielen, sondern auch per
PBEM, Netzwerk etc. |