| Rezension:
Age
of Wonders von EPIC
Games wird von TAKE 2
vertrieben. Die rd. 300 MB Speicher lassen sich unter Windows 95 und 98
anstandslos installieren. Besonders interessant beim Starten von Age of
Wonders im Mehrspielermodus, ist die Möglichkeit Gefechte per email,
LAN oder im Internet durch zu führen. Ebenso beidruckend ist der
relativ einfach zu handhabende Editor, mit dem man wirklich auch die
geheimsten Wünsche verwirklichen kann. Mit dem Editor lassen sich
schnell und einfach bestehende Szenarien verändern oder neue Szenarien
erstellen. Die Landkarten lassen sich in verschiedenen Größen (von
48x48 bis 128x128 ist alles machbar) erstellen, egal ob für den
Einzelspieler- oder den Mehrspielermodus. Ebenso kann man verschiedene
Ebenen einrichten, z.B. sogenannte Höhlensysteme in denen die
Abenteuergruppe irgend ein fürchterliches Monster erlegen muß. Auch
lassen sich unsere Helden verändern, genauso wie Gegenstände ins
Szenarium einfügen. Bei 12 verschiedenen Rassen lassen sich eine ganze
Menge Veränderungen durchführen. Der Editor von Age of Wonders
ist meiner Meinung nach einer der einfachsten, vielseitigsten und
effizientesten Editoren, die mir in meinem Spielerleben bisher begegnet
sind. Beeindruckend klein sind auch die Dateigrößen der erstellten
Szenarien, nicht besonders groß und somit für jeden Versand (z.B. per
email) hervorragend geeignet.
Die
Hintergrundgeschichte ist sehr schön aufgebaut und bindet den
Betrachter schnell in die schicksalsträchtigen Entscheidungen der
Elfenwelt ein. Danach beginnt das Spiel mit der entscheidenden Frage,
welcher Gruppierung man seine geneigte Schwerthand für den Kampf
ausleiht. Nun geht es in die Welt des Kampfes und der Ehre. Noch schnell
eine kurze Einweisung allgemeiner Art über die jeweiligen feindlichen
Gruppen, dann noch über den Schalter "Einstellung" den
Schwierigkeitsgrad festlegen und ab geht es ins Gemetzel. Überrascht
stelle ich fest das sich der Bildschirm in seinen einzelnen Bereichen
mit dem Mauszeiger variabel verändern lässt. So lässt sich als
Beispiel der Hauptgefechtsbildschirm, auf dem sich die Bewegungen der
einzelnen Gruppen abspielen, frei in seiner Größe verschieben. Somit
kann der Spieler sich den Aufbau des Bildschirms nach seinen
Vorstellungen einrichten. Bevor wir unseren Kampf durchführen, müssen
wir nach der Seitenwahl auch noch unseren Helden auswählen. Hierzu gibt
es eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten. Über Bildauswahl,
Rassenauswahl, Magiesphären und einem frei zu vergebenden Punktemenü,
steht dem Spieler alles offen. Somit können wir bei unserem Helden
schon einmal die Grundlagen zu einem richtigen "Powerkerlchen"
legen. Nachdem der Held erstellt ist, sollte man sich das fast 200
Seiten große Handbuch zu Gemüte führen oder - wem das zu viel ist -
einfach das beigefügte Tutorial starten. Dieses ist, ebenso wie das
Buch, sehr übersichtlich gestaltet und ermöglicht es dem Spieler sehr
schnell die Handhabung des Programms zu erlernen. Nachdem wir nun für
die ultimative Kampagne bereit sind, stürzen wir uns ins Gefecht. Wie
das Leben so spielt ist unserer Held zuerst einmal alleine, mit einem
begrenzten Vorrat an Gold und Geschmeide. Da heißt es erst einmal eine
Grundstruktur zu errichten. Somit ziehen wir in die nächstgelegene
Stadt und kaufen uns ein. Friedliche Übernahmen sind immer besser, als
mit roher Gewalt reinzuschlagen und vor allem am Anfang sollte man sich
noch zurückhalten. Es heißt zwar viel Feind, viel Ehr - aber ehrlich
gesagt - zuviel Ehre muß nun nicht sein. Nun gut die erste Stadt
ist aufgekauft und prompt sind einige Einheiten zu unserem Helden
hinzugekommen. Maximal 8 Einheiten lassen sich in einer Gruppe sammeln,
dann ist fürs erste erst einmal Schluß. Auf der Landkarte gibt es eine
Menge zu erforschen und zu übernehmen. Farmen, Minen, Städte, Schätze,
Zaubersprüche, verschiedene neutrale Truppen und Helden, Kraftbereiche
und vieles mehr lassen den Spieler in hektische Aktivität ausbrechen.
Irgendwann kommt es zum ersten bewaffneten Konflikt zwischen Gut und Böse
und da heißt es wer am besten haushalten kann bleibt der Sieger. Bei
der Gruppenzusammensetzung und Städteübernahme muß man auf die
Eigenarten und einzelnen Kampftypen der Rassen achten, sonst hat man
recht schnell Ärger und Streß mit seinen Untertanen. Man muß schon
vernünftig mit dem Geld umgehen, Truppen in den Städten stationieren
(falls die Stadt uns feindlich gesinnt ist oder kurz vor dem Aufstand
steht, weil wir wieder einmal begnadet bei unserem Haushaltmanagement
daneben gegriffen haben...). Und sollten die Städte gar nicht in den
Griff zu bekommen sein oder uns feindlich gesinnt sein, so gibt es immer
noch die Möglichkeit des Plünderns oder die Stadt einfach platt zu
machen, ohne zu plündern. Der Eine oder Andere wird jetzt fragen warum
man die Städte überhaupt benötigt, ganz einfach in Städten ist Geld
für uns im Umlauf, Truppen können rekrutiert werden, Befestigungen
werden errichtet und unsere Truppen brauchen ja auch einmal Zerstreuung
nach den vielen Auseinandersetzungen mit der dunklen Seite der Macht.
Ganz nebenbei forscht unser Held nach neuen Zaubersprüchen, die teils
eine sehr endgültige Entscheidung im Kampfgeschehen hervorrufen. Die
Forschung ist auch sinnvoll, um neue und stärkere Truppen entwickeln zu
lassen. So kämpfen wir uns von Szenarium zu Szenarium, wobei unser Held
sich immer weiter entwickelt, sei es mit Zaubersprüchen, sei es in
finanzieller Weise oder gar indem er sich seine Wunschrüstung und
Ausstattung zusammenkämpft. Die Kämpfe verlaufen hierbei streng
rundenbasiert. Zug für Zug können die acht Recken sich in günstige
Schuß- bzw. Kampfpositionen bringen. Greift man von mehreren Seiten
einen Feind an, so kann man auch mehr als 8 Kämpfer in der Schlacht
befehligen, was die Siegeschancen enorm erhöht. Die taktischen Möglichkeiten
sind enorm zahlreich, da die Rassen differenzierte Qualitäten und Fähigkeiten
aufweisen und auch noch die unterschiedlichsten Einheiten zur Verfügung
stellen. Die Einheiten können wiederum durch Forschung verbessert
werden, bzw. durch die Forschung werden neue und stärkere Einheiten
entwickelt. Man kann z.B. befestigte Städte nur mit Truppen erstürmen,
die auch eine Bresche in die Mauer schlagen können usw.
Nachdem ich beide
Kampagnen gespielt habe, konzentriere ich mich vor allem auf den
Mehrspielermodus. Age of Wonders macht gegen mehrere
Spieler absoluten Spaß und ist eine laufende Herausforderung. |