Systemanforderungen: Windows 95/98 - Pentium II 266 - 64 MB RAM - 200 MB freier Festplattenplatz - 4xCD-Rom Laufwerk - DirectX 7 kompatble Sound- und Grafikkarte.  Fazit
Bilder
Rezension
Hintergrund

Fazit:

Close Combat Invasion Normandie nennt sich der nun fünfte Teil dieser auf Realismus setzenden Echtzeit-Strategie Serie von Atomic Games. Die starke Anlehnung an den vorigen Teil ist unverkennbar und auch diesmal hat SSI die Veröffentlichung des Titels übernommen. In der Heckenlandschaft der Normandie spielen Panzer aber eher eine untergeordnete Rolle, so daß diesmal besonders die Fans von Infanterieduellen voll auf ihre Kosten kommen. Die vorbildlich einfache Benutzerführung, die tolle Geräuschkulisse und die spannenden Schlachten machen riesig Spaß und bereiten dem Spieler lange Pläsier. Die Grafik bräuchte mittlerweile aber mal eine Auffrischung, was ich nicht verschweigen möchte. Insgesamt gesehen werden die Fans der Close Combat Serie nicht enttäuscht und ich empfehle allen Rundenstrategen sich einmal dieses Spiel zu Gemüte zu führen. Mich hat es in seinen Bann gezogen und ich konnte erst ruhen, als ich sämtliche vier Kampagnen durch hatte.... Auch für die "kleine Schlacht" zwischendurch eignen sich die Szenarien hervorragend - nicht zu vergessen der beliebte Editor, mit dem ambitionierte Spieler eigene Szenarien erstellen können.



Rezension:

Close Combat Invasion Normandy heißt der neueste und damit fünfte Teil dieser recht realistischen RTS-Serie ( RTS= Real Time Strategy, also Echtzeitstrategie), welcher wieder von Atomic Games programmiert wurde und von SSI angeboten wird. In Deutschland vertreibt Mattel Interactive das Spiel, welches übrigens in der englischen Originalversion mit deutschem Handbuch vorliegt.

Wie am Titel schon zu erkennen, geht es um die größte militärische Landungsoperation der Geschichte: Die Invasion in der Normandie im Juni 1944. Das Spiel behandelt allerdings nur einen Ausschnitt des nördlichen Gebietes in dem die USA ihre Truppen landeten. Das Spielfeld erstreckt sich von Isigny im Osten bis nach Chateau de Pirou im Südwesten. Von dieser Linie aufwärts geht es bis nach St. Pierre Eglise im Nordosten und zum Cap de la Hague im Nordwesten. Es wird nicht der gesamte amerikanische Landungsschauplatz behandelt, sondern nur die Region um "Utah", die allerdings dann mit dem gesamten Hinterland. Bei Close Combat Invasion Normandy geht es auch nicht nur um die Landung, sondern um die Besetzung der gesamten Cotentin Halbinsel. Dieses Gebiet wird mit 44 einzelnen Spielflächen dargestellt, auf denen die einzelnen Schlachten ausgetragen werden.  Der Spieler kann zu Beginn einer Auseinandersetzung dann auch zwischen USA oder Deutschland wählen. Neben einzelnen Szenarien (44) und größeren Operationen (sieben) stehen auch wieder ganze Kampagnen (vier) zur Verfügung. Die ausführlichen Einführungsmissionen (Tutorials) braucht der erfahrene Kenner der Close Combat Serie sicher nicht zu spielen, denn am Spielprinzip hat sich absolut gar nichts geändert. Neulinge nehmen diesen Service aber dankbar an, denn so lernen sie nicht nur die einfache und überaus gelungene Benutzerführung des Spieles kennen, sondern werden weiterhin schon mit grundlegenden Taktiken vertraut gemacht. Die bewährte Grafik bei Close Combat Invasion Normandy ist nach wie vor nett anzusehen und zeigt detailliert die einzelnen Fahrzeuge und Geschütze. Eine Überarbeitung und Anpassung an aktuelle Standards hätte dem Spiel aber sicher gut getan. Kurz: Die Grafik unterscheidet sich nicht gegenüber dem Vorgänger. Man hätte evtl. die Infanterie-Einheiten noch etwas besser und differenzierter herausarbeiten können, aber so erkennt man seine PC-Kameraden jedenfalls gleich problemlos wieder. Es gibt natürlich unterschiedliche Darstellungen verschiedener Infanterie-Einheiten. So tragen z.B. Fallschirmjäger tatsächlich andere Uniformen, als reguläre Infanteristen usw... 

Nach der Installation und dem Start des Spieles bekommt man zuerst ein Auswahlmenü zu sehen. (Tipp: Bei der Version 1.0 kann es beim Start zu einer Fehlermeldung kommen. Das war bei mir jedenfalls so. Abhilfe verschafft das gleichzeitige Drücken der Tasten "Strg" und "Alt" beim Startvorgang des Spieles. Dann im Optionsmenü den Haken vor "Videos anzeigen" entfernen. Danach startete das Spiel ohne Probleme. Ursache ist wohl mein veralteter Windows Media Player gewesen.) 1.Spiel spielen 2. Bootcamp (Tutorials) 3.Szenarium anfertigen 4.Multiplayer 5.Credits und 6.Optionen. Zuerst sollte in den Optionen die Auflösung und Spielgeschwindigkeit eingestellt werden. Weiterhin kann der Spieler einige Anzeigen im Spiel nach seinen Wünschen einrichten. 

Starten wir ein neues Spiel. Am besten gleich die große Kampagne "Utah Beach am 6.Juni". Bevor es los geht können hier noch weitere Einstellungen für die Siegbedingungen und Realismuswerte vorgenommen werden. Ich setze alle Truppen auf "Elite" (stärkste K.I.) und wähle die realistischsten Bedingungen. Es soll ja schließlich auch Spaß machen und kein langweiliger Spaziergang werden. Die coole Swing Musik wird dabei immer wieder gern gehört, obwohl sie eigentlich ja so gar nicht zu dem blutigen Geschehen passt. 

Nun findet man sich auf der Strategischen Karte wieder. Als Befehlshaber der deutschen Truppen muß ich feststellen, das bereits erste Kontingente der Alliierten gelandet sind. St. Mere Eglise ist schon in der Hand der USA und in den Bezirken Tare Green und Uncle Red landen ebenfalls Amerikaner an. US-Fallschirmjäger attackieren die Achsenmächte ebenfalls in den Bezirken St.Come-du-Mont, Chef -du Pont, Amfreville, Mederet und Vierville. Weder Luft- noch Mörserunterstützung steht den Deutschen zur Verfügung. Nun heißt es, durch geschicktes Verschieben der Truppen auf der strategischen Karte, wichtige Knotenpunkte zu besetzen und starke deutsche Fallschirmjäger an die Front zu schaffen. Das geht kinderleicht per "Drag and Drop", also: zu verschiebende Einheit anklicken, geklickt halten und in das gewünschte Ziel schieben. Es kann aber immer nur eine eigene Einheit in einem Bezirk sein! Ein Klick auf eine Einheit zeigt uns die Zusammensetzung derselben, so daß man als Befehlshaber schnell im Bilde ist. Nun geht es mit Tastendruck auf "Execute" in die Ausführungsphase. Schon sieht man deutlich alle unvermeidbaren Konflikte, denn einige Bezirke sind sowohl von Deutschen, als auch von Amerikanern besetzt. In diesen Zonen wird es zum Kampf kommen. Ein Klick auf "Next" wirft uns in die erste Auseinandersetzung. In diesem Falle beginnt die Schlacht um den Bezirk Mederet. Bevor es mit der heißen action losgeht, gibt es aber noch Informationen zu dem Verband. Maximal 15 Trupps können befehligt werden. Jeder Trupp mit unterschiedlichen Werten für Kampferfahrung, Moral, Bewaffnung etc. Panzer oder andere Fahrzeuge gelten als ein Trupp. Meine Kampfgruppe sieht gar nicht mal so schlecht aus, mit ihrem Sturmgeschütz sollten sie über einige Feuerkraft verfügen. Hinzu kommen noch zwei Raketenbüchsen zur Panzerabwehr und ein Mörser, um angreifende Infanterie nieder zu halten. Die beiden leichten MG´s sollten sich ebenfalls hervorragend dazu eignen. Den Schwachpunkt dürften nur die vier Trupps der Reserve Grenadiere bilden, immerhin fast ein Drittel meiner Kampfgruppe. Na, dann muß der Trupp Sturmpioniere eben mit gutem Beispiel voran gehen. Weiterhin stehen noch drei Zugführer - und ein Aufklärertrupp zum Kampf bereit. Nun geht´s aber los. Die Amis greifen an! 

Mit der wichtigste Part bei Close Combat Invasion Normandie ist die nun folgende Aufstellung der Einheiten. Werden hier Fehler gemacht, so kann das zum bitteren Untergang führen. Der geschickte Stratege wählt nun in aller Ruhe die günstigsten Positionen für seine Mannen aus. Immer schön auf Deckung achten und die Siegfelder natürlich nicht vergessen! Die Aufstellung ist vorbildlich einfach, sofern man unter Optionen die Ansicht: "Display Team Data" gewählt hat. Alle Trupps werden nun übersichtlich in der unteren Menüleiste angezeigt und sind von dort anwählbar. So behält man auch in der nach der Aufstellung folgenden Echtzeit-Schlacht den Überblick. Die Aufstellungszone ist natürlich begrenzt, da die Amerikaner ja schon in den Bezirk eingedrungen sind. Die dunkle Fläche zeigt den Aufstellungsraum der Feinde, so daß schon erste Vermutungen über deren Angriffsrichtung angebracht werden können. Ich entschließe mich dazu, alle meine Einheiten in unmittelbarer Frontnähe zu platzieren. Westlich des Siegfeldes "Canquigny" postiere ich drei Reserve Grenadier Trupps und eine Zugführergruppe direkt hinter dem Baumgürtel, zu dem sie vorstoßen sollen, um dann aus dieser Deckung heraus den Feind unter Feuer zu nehmen. Etwas nördlich davon setze ich meine Sturmpioniere auf das größere Haus an. Zur Unterstützung kommt noch ein leichtes MG und ein Raketenbüchsentrupp dazu. An der "East Bridge" lege ich mit den letzten Reserve Grenadieren und einer weiteren Zugführereinheit einen Hinterhalt. Ganz im Norden stehen dann noch die letzte Zugführergruppe, die Aufklärer und auf der Straße das Sturmgeschütz. Der letzte Raketenbüchsen Trupp und das weitere leichte MG sollen im Eilmarsch, geschützt durch Hecken, die südliche Weggabelung erreichen und sichern. Der Mörser steht bei "Falois´Farm". Nun aber: Sprung auf Marsch, Marsch in die Echtzeit-Schlacht!

Im Sturmlauf nehmen die Amerikaner "Canquigny", so daß auch ich meine Männer zu mehr Eile antreiben muß. Glücklicherweise ereichen die Sturmpioniere rechtzeitig das Haus. Von dort haben sie eine sehr gute Position und können zusammen mit dem leichten MG weiteres Vordringen der Alliierten verhindern. Kritisch wird es nun aber an der "East Bridge". Einige US-Trupps sind über die Straße heran gekommen und besetzen die Brücke. Da schlägt ihnen das Feuer meines Hinterhaltes entgegen. Von hinten ziehe ich das Sturmgeschütz nach und das leichte MG ist mittlerweile auch an der Weggabelung angelangt. Von den vorwitzigen G.I.s bleibt nichts mehr übrig.... Aber auch die Deutschen haben Verluste! Im Süden wurde ein Reserve Grenadier Trupp ebenfalls restlos eliminiert. Die Amerikaner schicken zahlreiche Infanterie Trupps durch zwei Häuser nach vorne. Überall ertönt Gefechtslärm, welcher sich mit den Kommandos der Offiziere vermischt. Eine wahrhaft gelungene Geräuschkulisse! Kurz hinter der Ortschaft und auf der Straße entdecke ich weitere Feinde. Nun kommt mein Mörser zum Einsatz und das Sturmgeschütz muß ebenfalls weiter vor. Kurz vor der Weggabelung erhält es jedoch einen Treffer aus einer Bazooka und bleibt bewegungsunfähig liegen. Immerhin schießen die Jungs noch und können den Vorstoß der G.I.s stoppen. Die Truppen an der Brücke müssen nun im Sturmlauf die US-Bazookas angreifen, denn ich habe keine Lust mein Sturmgeschütz als Totalverlust zu melden. Der Sturmlauf gelingt, wenn auch unter einigen Opfern. Mittlerweile sinkt die Kampfmoral der Amerikaner beträchtlich, denn sie haben hohe Verluste erlitten und konnten stark zurückgedrängt werden. Der US-Befehlshaber bietet mir einen Waffenstillstand an. Darüber kann ich natürlich nur lachen und setze zum Angriff auf ganzer Front an. Tatsächlich gelingt es mir das Siegfeld "Canquigny" zu erobern, was leichter war als ich dachte, denn es war unbesetzt.... Die Amis liegen festgenagelt auf freiem Feld hinter der Ortschaft. Das ist der Sieg! Unter stärkstem Beschuß sinkt die Moral der Amis ganz erheblich und sie ziehen sich zurück. Ein "Total German Victory" ist die Folge! Hurra, die erste Schlacht ist geschlagen....

Die Befehle gibt man während der Schlacht auf denkbar einfache Weise ein: Ausgewählt wird ein Trupp durch einen Linksklick. Ein Rechtsklick läßt dann ein weiteres Menü erscheinen, in dem die Bewegungs- und Kampfbefehle zu sehen sind: MOVE (Bewegung) - MOVE FAST (schnelle Bewegung) - SNEAK (Schleichen) - FIRE (Feuern) - SMOKE (Rauch schießen) - DEFEND (Verteidigen) - AMBUSH (Hinterhalt). Klickt man nun einen dieser Befehle an, erscheint eine Linie mit einem Endpunkt. Bei Bewegungen ist klar, was das bedeutet. Die Einheit wird sich in diese Richtung bewegen. Beim FIRE Befehl gibt eine hellgrüne Linie an, das der Zielbereich auch tatsächlich beschossen werden kann. Dunkelgrüne Färbung bedeutet, das zwar auch noch geschossen werden kann, aber nicht mehr so genau. Wird die Linie rot, so heißt es, das dieser Bereich von der gewählten Einheit nicht eingesehen bzw. nicht beschoßen werden kann. Bei DEFEND oder AMBUSH erscheint ein Kreismenü um die Einheit herum und mittels Maus kann der Verteidigungs- bzw. Hinterhaltsbereich genau ausgewählt werden. Erwähnenswert sind auch die moralischen Eigenschaften der simulierten Soldaten. Je niedriger der Moralwert, desto früher ergreifen die Soldaten die Flucht. Selbstverständlich werden auch Munitionsvorrat und Treffergenauigkeit, sowie Panzerung und Deckung berücksichtigt. Allerdings kommt mir die Simulierung der Panzerung und der Durchschlagskraft einiger Waffen manchmal soz. "spanisch" vor. Hier wurden sicherlich aus Gründen der Ausgeglichenheit die Werte ein wenig durcheinander gewürfelt. Das ist aber auch schon aus den vorigen Teilen der Close Combat Serie bekannt und schmälert ein wenig die Freude des Spiels. (Bsp.: Oft jammern deutsche Truppen rum, die Panzerung des M5A1 Stuart sei zu dick und beschießen ihn erst gar nicht, was natürlich unrealistisch ist.)

In der Nachbesprechung kann man sich Informationen über die Verluste holen, was nicht unwichtig ist, denn die Deutschen leiden während der gesamten Kampagne unter permanentem Nachschubmangel. Beim Spielen der Kampagne, die ich übrigens siegreich beenden konnte, wurden zwei meiner Einheiten bis auf ein oder zwei Trupps dezimiert....  

Jetzt folgen alle weiteren Schlachten dieser Runde, die allesamt in spannenden Echtzeit-Kämpfen auszutragen sind. Mir gefällt besonders die Übersichtlichkeit bei Close Combat Invasion Normandie, sowie die sehr einfache Benutzerführung. Keine Klickorgien, kein Basenbau, aber der Echtzeitstress kommt doch schon recht oft auf. Man kann einfach nicht immer überall gleichzeitig sein. Jedenfalls geht es mir so, das ich mit meinen maximal 15 Trupps eigentlich vollauf beschäftigt bin. Viel mehr würde ich gar nicht haben wollen. Weiterhin bemüht sich die Close Combat Serie um Realismus, was m.M. nach auch gelingt (soweit es für ein Echtzeitspiel gelten kann) . Die Grafiken der Fahrzeuge, die Geräuschkulisse und das Verhalten der Soldaten geben eine gelungene Symbiose ab. Close Combat Invasion Normandie nimmt den Spieler schnell gefangen und kann ihn Stunden, Tage und Wochen vor den Monitor bannen. Schön das es noch den Mehrspielermodus gibt, denn jede K.I. ist immer irgendwann besiegt und ein menschlicher Gegner ist da wirklich wesentlich fordernder.


Hintergrund:

Der Juni 1944 war der Beginn des endgültigen Untergangs der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg. Zwei Offensiven, die die Welt bis daher noch nicht erlebt hatte, stürmten auf die deutsche Wehrmacht ein. Die größte militärische Landungsoperation der Weltgeschichte war die Invasion der Alliierten in der Normandie/Nord-Frankreich. Start war der 6.6.1944. Schon kurze Zeit später brach am 21.6.1944 mit der sowjetischen Operation Bagration die größte Landoffensive an der Ostfront los. Zwei gewaltige Stöße sollten die Wehrmacht zerschmettern und zwar an der West- und Ostfront. Nicht vergessen werden sollte natürlich auch die Südfront in Italien nicht, denn am 4.6.1944 war Rom bereits von den Alliierten besetzt worden. Soviel zur allgemeinen Lage im Juni 1944. 

Das Spiel behandelt die Kämpfe auf der Cotentin Halbinsel im Norden der Normandie. Der dortige Abschnitt der Landung wurde von den alliierten "Utah" genannt und es wurden dort vier Infanterie-Divisionen (4., 9.,79. und 90.) angelandet. Weiterhin erfolgten Luftlandungen mit zwei Luftlande-Divisionen (101. und 82.) im Hinterland. Im Gegensatz zum amerikanischen Abschnitt "Omaha", kamen die G.I.´s hier recht schnell voran. Begünstigt wurde dieser Umstand u.a. auch durch starke Meeresströmungen, welche die Landungsboote zwar von den eigentlichen Zonen abgetrieben hatte, aber dort wo die Boote dann tatsächlich französischen Boden erreichten, ging die Ausschiffung schnell voran. Die Truppen der Wehrmacht setzten sich aus zahlreichen sog. "Osttruppen" zusammen. Teilweise bis zu 33% der Soldaten waren aus ost-europäischen Freiwilligen zusammengestellt worden. Viele dieser Verbände ergaben sich den Amerikanern sofort und kampflos. Die alliierte Übermacht war erdrückend und betrug z.B. für die Luft 50:1. Mit dieser 50fachen Luftüberlegenheit der Alliierten konnten die Deutschen nur unter extremen Bedingungen und hohen Verlusten ihre Einheiten umgruppieren. Zusätzlich war Hitler der felsenfesten Meinung, das die Landung eine Scheinoperation war und der eigentliche Schlag ganz woanders erfolgen würde. Er verbot dann auch die Herauslösung operativer Reserven, um die Rommel ihn ersucht hatte. Ob es mit diesen gelungen wäre die Alliierten wieder ins Meer zu treiben, kann niemand sagen. Wahrscheinlich nicht, da die Übermacht einfach zu groß war. Sicher hätte die Invasion aber wesentlich länger gedauert. Wieder einmal zeigte sich, das "der größte Feldherr aller Zeiten" ja in Wirklichkeit bloß ein Gefreiter war und durch seine schwerwiegenden Fehler, gerade in den kritischsten Situationen, der Karren soz. erst richtig in den Dreck gezogen wurde. Blödsinnige "Vergeltungsangriffe" auf London mit zu früh eingesetzten V1 Raketen waren ihm wichtiger als die Zerschlagung der  Invasion. Dennoch schlug sich der deutsche Landser, der das Unheil am eigenen Leibe ertragen mußte und sich nicht in "Führerbunkern" verstecken konnte, tapfer und zäh. Der Zeitplan der Alliierten wurde völlig durcheinander gebracht und es dauerte wesentlich länger sich in Nordfrankreich festzusetzen, als es sich die Verbündeten Mächte der USA, Englands und Kanadas gedacht hatten. 

Dem Interessierten empfehle ich ein Buch zum Thema: "Der Untergang der Heeresgruppe Rommel - Caen 1944" des britischen Autors Alexander Mc Kee.


Urheberrecht / Copyright © bei DerGRENADIER.de 1998 - 2003