| Rezension:
Bei Conflict
Zone von Ubi
Soft handelt es sich um ein weiteres Spiel aus dem, bei vielen
Spielern beliebten, Genre "Echtzeit-Strategie". Schon das
Installieren des Spiels erweckt den Eindruck, dass das Ganze noch nicht
völlig ausgereift ist, da die Installation zwei Neustarts des Rechners
erfordert. Doch sehen wir zunächst mal großzügig über solche kleinen
Bugs hinweg. Nach dem Start bekommt man zunächst ein toll gemachtes und
höchst dramatisches gerendertes Video zu sehen, das auf die Handlung
des Spiels einstimmen soll. Danach wird das Hauptmenü geladen, welches
dem Spieler die Auswahlmöglichkeiten KAMPAGNE, LADEN, MULTIPLAYER, NEU
SPIELEN, OPTIONEN, CREDITS sowie BEENDEN anbietet. Im Untermenü
OPTIONEN lassen sich Anzeige, Sound, Tastaturbelegung,
Scrollgeschwindigkeit, Mausempfindlichkeit usw. einstellen. Durch Anwahl
des Punktes NEU SPIELEN hat man die Möglichkeit jede bereits
absolvierte Mission noch einmal zu spielen. LADEN, CREDITS sowie BEENDEN
bedürfen keiner weiteren Erklärung. Der Mehrspieler- Modus von Conflict
Zone bietet zwei Spielmodi. Zum einen den Netzwerkspielmodus, bei
dem man Netzwerkspiele eröffnen oder ihnen beitreten kann und zum
anderen den Kampfmodus, bei dem man selbst ein Spiel eröffnet und gegen
computergesteuerte Gegner antritt. Das Spiel verfügt über zwei
Einzelspieler- Kampagnen, die aus jeweils 16 aufeinanderfolgenden
Missionen bestehen und in den Schwierigkeitsgraden LEICHT, MITTEL und
SCHWER absolviert werden können. Der Schwierigkeitsgrad kann allerdings
im Verlauf der Kampagne noch nachträglich vom Spieler geändert werden.
Außerdem werden noch einige Übungsmissionen angeboten, die den Spieler
mit der Steuerung vertraut machen sollen. Nachdem ich Sound und Grafik
nach meinen Vorlieben eingestellt habe, beginne ich also mit den Übungsmissionen.
Hier wird zunächst das Bewegen und Auswählen von Einheiten sowie die
Navigationsmöglichkeiten auf der 3-D Karte erklärt. Hierbei fällt die
ungünstige Steuerung auf. Zieht man die Maus an den oberen oder unteren
Bildschirmrand, so scrollt das Bild nicht, sondern man verändert den Höhenwinkel
der Kameraposition. Gescrollt wird über die Pfeiltasten. Glücklicherweise
lassen sich verschiedene Steuerungskonfigurationen über die Tasten
F2-F4 aufrufen, so dass man diese unvorteilhafte Vorgabe nicht zu
benutzen braucht.
Sodann wird der
Aufbau einer Basis und die Verwaltung derselben erklärt. Hier fällt
das unübersichtliche Menü negativ auf. Genre-typisch kostet das
Errichten von Gebäuden, sowie die Produktion von Einheiten, Punkte. In
diesem Spiel werden diese als Kommandopunkte bezeichnet, (in anderen
Spielen schlicht als Dollars). Eine besondere Bedeutung hat in diesem
Spiel die eigene Popularität. Da die Medien immer vor Ort sind und über
jede ihrer Aktionen berichten, steigt und fällt die eigene Popularität
durch die Aktionen, die man ausführt. Wichtig ist dies insofern, da
sich einige Technologien nur ab einer bestimmten Popularitätsstufe
nutzen lassen. Ein weiterer interessanter Punkt sind die Kommandeure,
die man ab der sechsten Mission zugeteilt bekommt. Kommandeure haben in
diesem Spiel folgenden Zweck: Man kann einem Kommandeur Aufgaben übertragen,
die dieser dann selbstständig ausführt. Dadurch kann man dann z.B.
zwei Angriffe gleichzeitig führen oder sich auf seinen eigenen Angriff
konzentrieren, während der Kommandeur dafür sorgt, dass die eigene
Basis weiter ausgebaut wird und weiterhin Nachschub an Truppen
produziert wird. Je nach Auswahl der Seite stehen dem Spieler maximal 9
bzw. 10 verschiedene Infanterie-Einheiten, wie z.B. Marine, Bazooka,
Grenadier (!) , Sanitäter oder Fallschirmjäger zur Verfügung. Außerdem
gibt es 11 bzw. 10 verschiedene Typen von Landfahrzeugen, wobei vom
Aufklärungs-Jeep bis hin zum Raketenwerfer alles dabei ist. Auch 9
unterschiedliche Luftfahrzeug-Typen, wie z.B. Panzerabwehr-Helikopter,
taktische Jäger oder Stealth-Bomber, stehen dem Spieler zur Verfügung.
Zu Wasser hat man, je nach Seitenwahl, entweder Raketen-Kreuzer oder
Atom-U-Boote unter seinem Kommando. Außerdem lassen sich je nach Seite
18 bzw. 20 verschiedene Gebäudetypen errichten, wobei hier, wie im
Genre üblich, unter anderem eine Kommandozentrale, Kasernen,
Fahrzeugfabriken, Radarstationen und Abwehrsysteme errichtet werden können.
Nachdem ich mich mit
allem vertraut gemacht habe, beginne ich also eine Kampagne. Das
Briefing zu den einzelnen Missionen erfolgt in Form, von meiner Meinung
nach schlecht umgesetzten, Renderfilmchen eines Generals sowie dessen
Assistentin. Besonders fällt mir hierbei die schlechte Synchronisation
auf, die mich an eine "Dauerwerbesendung" im TV erinnert, bei
denen die Lippenbewegungen der Präsentatoren ja bekanntlich auch nicht
besonders gut zum gesprochenen Text passen. Die Texte enden oft abrupt
und die letzte Silbe wird verschluckt, außerdem passen die Stimmen
irgendwie auch nicht immer zu den Charakteren, aber das ist ja
bekanntlich Geschmackssache.
3D-typisch hat der
Spieler die Möglichkeit, seine Kamera völlig frei im Raum zu bewegen,
sowie stufenlos zu Zoomen. Dadurch kann man seinen Soldaten zwar in die
blauen Augen zu schauen, ist aber eher ungünstig, da man so relativ
schnell den Gesamtüberblick verliert. Ich wähle lieber eine
Vogelperspektive. Wodurch sich wiederum die Infanterie-Einheiten nicht
mehr besonders gut voneinander unterscheiden lassen. Doch was soll’s,
ich will hier ja keine persönlichen Beziehungen zu meinen virtuellen
Kameraden aufbauen, sondern die Jungs an die Front schicken..... Zoomt
man nahe an die Einheiten und Gebäude heran, so wirken diese durchaus
recht detailliert und sogar einige Tiere, die sich auf der Karte
aufhalten, lassen sich beobachten. Allerdings wirkt die Landschaft
insgesamt etwas verschwommen und der Boden ziemlich karg, was mich
deshalb nicht sonderlich überzeugt.
Während des Kampfes
sollte man darauf achten, das man nicht einfach wahllos eine Meute eines
bestimmten Typs losschickt, um alles nieder zu mähen, wie es ja
eigentlich bei diesem Genre zu erwarten wäre, sondern schon drauf
achtet, welcher Einheiten-Typ was angreift. So lassen sich z.B. normale
Panzer von einem Hubschrauber mit Raketen ganz locker abschießen, da
diese keine Möglichkeit haben sich zu wehren. Deshalb sollte man ein
paar Infanteristen mit Luftabwehrgeschossen in der Nähe der Panzer
postieren. Diese Berücksichtigung der verschiedenen Einheitentypen und
ihren speziellen Fähigkeiten, trägt natürlich zum überlegten
Vorgehen des Spielers bei, erweist sich allerdings auch durch die
Echtzeit als nicht ganz einfach, da man im Schlachtengewusel nicht immer
sofort die passende Einheit für den jeweiligen Gegner findet. Um hier
dem Spieler eine Erleichterung zu bieten, gibt es die Möglichkeit einen
Kampfverband zu einer Gruppe zusammen zu schließen, und diese Gruppe
dann über einen Hotkey auszuwählen. Befinden sich in einer Gruppe
Einheiten verschiedener Typen, so wird dies dem Spieler angezeigt, indem
für jeden Typ ein kleiner Balken mit der Art der Einheit in der rechten
oberen Bildschirmecke erscheint. Durch klicken auf diesen Balken, kann
man die Auswahl auf eben diese Einheiten beschränken. Doch nicht nur im
Kampfe muss man erfolgreich sein, sondern sich auch noch zusätzlich um
die Steigerung seiner Popularität kümmern, was sich als weiterer
Stress-Faktor erweist. Dies geschieht z.B. durch die Rettung von
Zivilisten aus dem Krisengebiet mittels eines Hubschraubers. Doch
schickt man diesen einfach los, so wird der relativ schnell vom Himmel
geholt, da sich der Feind mit vorliebe bei den zivilen Dörfern aufhält.
Deshalb muss die Gegend zunächst gesichert werden. Hierzu sollte man
den Feind unbedingt aus dem Dorf hinaus locken, da ansonsten Zivilisten
ins Gefecht verwickelt werden, was sich negativ auf die Popularität
auswirkt. Nun gut, so locke ich also den Feind von dem Dorf weg, sichere
das Gebiet indem ich die feindlichen Truppen vernichte, schicke den
Hubschrauber los, und kümmere mich wieder um meine Truppen. Nach
einiger Zeit erklingt die Meldung, dass mein Hubschrauber mit 10
Zivilisten wegen Treibstoffmangel im Dorf abgestürzt ist, was sich natürlich
nicht besonders positiv auf die eigene Popularität auswirkt. Na toll,
wie realistisch! Welcher echte Pilot ist denn so dämlich, so lange auf
der Stelle zu verweilen, bis er abstürzt? Hier hätte ich etwas mehr
Intelligenz vom Programm erwartet, da es nur logisch wäre anzunehmen,
dass ein vollbesetzter Hubschrauber automatisch die Zivilisten zur Basis
bringt oder zumindest vorher landet, wenn der Benzinvorrat zur Neige
geht.
Die 3D-Umgebung wird
bei Kämpfen mit berücksichtigt, so haben z.B. Einheiten, die sich auf
einer erhöhten Position befinden, eine größere Sicht- und
Schussweite. Es werden nur Feinde auf der Karte angezeigt, die sich auch
im Sichtbereich einer der eigenen Einheiten befinden. Deshalb ist es
sinnvoll, zunächst eine Aufklärungseinheit voraus zu schicken, um das
Gelände zu erkunden und so den Feind eventuell in einen Hinterhalt
locken zu können. Des weiteren hat man die Möglichkeit einzelnen
Einheiten Befehle zu geben, was sich aber Aufgrund der bereits erwähnten
Unübersichtlichkeit als überflüssiges Feature entpuppt. Conflict
Zone hat sicherlich innovative Elemente, wie z.B. Popularitätspunkte,
erweist sich aber insgesamt gesehen als irgendwie zu überladen. Das mit
dem Realismus ist auch so eine Sache für sich. Einerseits können
Panzer gegen Raketen bewehrte Helis nichts ausmachen, was ja
"realistisch" wäre, andererseits können aber auch einfache
Infanteristen einen Panzer zerstören, zugegeben unter hohen Verlusten,
was aber nicht unbedingt als "realistisch" zu bezeichnen wäre.
Kann ein "Echtzeit-Spiel" überhaupt realistisch sein? Egal,
solange es Spaß macht erübrigt sich diese Frage... oder? Jedenfalls
gibt es bereits zwei patches, die "kleinere" Soundprobleme (patch1.1)
mit 3,8 MB und Grafikprobleme (patch1.2)
mit 4 MB beheben sollen. |