| Rezension:
Delta
Force von Novalogic
ist schon etwas länger erhältlich und nun zum Sonderpreis von knapp
30,-DM zu kaufen. Bei diesem Spiel handelt es sich um eine Art
"Einzelkämpfer-Simulation". Der Spieler sucht sich zu Beginn
des Spieles ein Konterfei seiner Wahl, wobei auch weibliche Wesen gewählt
werden können. Nach einer detaillierten Missionsbeschreibung sollte man
sich die richtigen Waffen für die unterschiedlichen Missionen auswählen.
Es gibt in der Waffenkammer von Delta Force so überzeugende
"Argumente" wie: die MP5 von Heckler&Koch, das M249 SAW
Maschinengewehr, den M4 + M203 Karabiner mit Granatwerfer, das M40A1
Scharfschützengewehr und das üble Barret Light .50 cal, ebenfalls ein
Scharfschützengewehr, das sich durch enorme Reichweite auszeichnet.
Neben diesen Hauptwaffen, von denen jeweils nur eine am Mann getragen
werden kann, stehen noch Sekundärwaffen zur Verfügung, als da wären:
die High Standard .22 Pistole und die Spec. Ops .45 Pistole. Ein
Kampfmesser ist sowieso immer dabei und an zusätzlicher Ausrüstung
wird uns Elitesoldaten dann noch die Wahl zwischen so vernichtenden
Waffen erlaubt, wie: Sprengstoffe, Claymore Minen, Light Antitank Weapon
(LAW) oder doppelter Munitionsvorrat. ( Ich empfehle den vielseitig
einsetzbaren M4 + M203 Karabiner, mit doppelter Munition und die High
Standard .22 Pistole. ) Im Einsatz verfügt man noch über Handgranaten
und ein Zielmessgerät für die Artillerie, die in einigen Missionen
angefordert werden kann.
In der Kampagne wird
man von Peru, über den Tschad nach Indonesien, weiter nach Usbekistan
und letztlich nach Novja Semlja entsandt, um dort brisante Aufträge für
die USA zu erledigen. TOP SECRET versteht sich! Offiziell gibt es sie ja
gar nicht....die Delta Force. Ich muß sagen, selten hat mich ein Spiel
so gefesselt wie Delta Force. Nicht nur jedes Land hat sein
unverkennbares Ambiente, sondern auch nahezu jede Mission ist in sich
einmalig. In Peru z.B. surren die Mücken und die bösen Drogendealer
rufen sich in spanischer Sprache Kommandos zu. Im Tschad kreisen die
Geier über der Wüste und die Feinde sprechen natürlich arabisch oder
irgend so etwas.... In Usbekistan klingt alles sehr russisch usw. Das
sorgt für eine gewaltige Identifikation mit der Spielfigur und mir ist
tatsächlich schon fast manchmal der Schweiß vor Spannung ausgebrochen.
Man ist so in seine Spielfigur vertieft, das man unwillkürlich zuckt,
wenn man in einen Hinterhalt gerät und es einen soz. erwischt. Perfekt
gemacht von Novalogic. Die Grafik ist übrigens in der hauseigenen
"Voxelspace-Technik", die Vor- , aber auch Nachteile
hat. Vorteil: das Spiel läuft auch auf Rechnern ohne teure 3D
Grafikkarten. Nachteil: Auch in der höchsten Auflösung ist es ziemlich
pixelig.
Begleiten Sie mich
nun einmal kurz bei meinem Einsatz im Tschad. Verhängnisvoller Titel
der Mission: Exodus. Hoffentlich nicht meiner, sondern der von den
miesen Terroristen, welche in einem Wüstenlager eine Geisel
gefangen halten. So, ich schnappe mir meinen M4 Karabiner mit doppelter
Munition und los geht´s....ab in den Tschad!
"Hier Bravo (Panzermeyer). Melde
mich vom Startpunkt. Ich befinde mich 700 Meter südlich von Objekt
Tremor. Ich werde mich jetzt nach Norden in Marsch setzen und durch die
Sicherheitslinien der Terroristen schleichen, das feindliche Camp
infiltrieren und die Geisel befreien. Ende." Der
Hubschrauber, der mich abgesetzt hat entfernt sich und die Piloten wünschen
mir noch "einen schönen Spaziergang durch den Park". Na, die
haben´s gut und müssen nicht hier in der Affenhitze im Wüstensand
rumliegen. Ich hetze erst mal zwischen die Felsen in Deckung und schon
bald verklingt das Motorengeräusch des Helikopters, das mir bis jetzt
noch eine gewisse, wenn auch nur emotionelle, Sicherheit gegeben hat.
Nun bin ich ganz allein auf mich gestellt und weiß nicht was mich
erwartet. Erst mal auf die Übersichtskarte schauen. Aha. Die grüne
Linie zeigt mir den Weg zum nächsten Wegpunkt an. Ich werde aber lieber
einen Umweg machen, da der direkte Weg keine Deckung bietet. Da hinten
ist ein recht hoher Berg den ich besteigen werde, um mir mal die Gegend
zu betrachten. Verdammt. Da sind ja schon zwei feindliche Soldaten auf
Patrouille! Ich schmeiße mich hin, stelle auf Einzelfeuer und visiere
per Zielfernrohr. Bang! Der erste Schuß sitzt! Der zweite Terrorist läuft
los. Bang! Daneben. Bang! Treffer. So, die beiden wären keine Gefahr
mehr. Ich muß voll auf der Hut sein, das scheint hier nur so von
Terroristen zu wimmeln. Nun aber weiter zum Berg. So, von hier oben habe
ich einen schönen Überblick. Ich schaue mal durchs Fernglas. Nanu, wer
hockt denn da! Zwei Terroristen in Lauerstellung! Her mit dem M4.
Weitere drei Schüsse hallen durch die Stille. Die beiden Banausen
segnen das Zeitliche. Irgendwo kreischt ein Vogel. Ich werde nun lieber
meine Stellung wechseln und ein weiterer Berg sieht einladend aus. Von
dort kann ich meine Route besser übersehen, die ich ja noch zurücklegen
muß. Also auf, Marsch, Marsch! Ich renne los und schalte auf
Schnellfeuer. Schon kommen mir tatsächlich wieder zwei Terroristen in
die Quere. Ein paar kurze Feuerstösse und der Weg ist wieder frei. Ich
sprinte in geduckter Haltung den Berg empor. Oben angelangt beginnt plötzlich
ein Feuerzauber. Mist. Man muß mich entdeckt haben. Die Kugeln pfeifen
mir regelrecht um die Ohren. Ich schmeiße mich hin und versuche die
Feinde auszumachen. Keine Chance. Ich sehe nichts, außer den hoch
spritzenden Sandfontänen, welche durch die feindlichen Kugeln
verursacht werden. Nur weg, nur weg. Ich robbe auf dem kahlen Wüstenberg
von einer Steinkuhle zur nächsten. Wenn ich sie doch nur sehen könnte,
dann würde ich Ihnen schon einheizen! Da, plötzlich sehe ich in weiter
Entfernung eine klitzekleine Bewegung. Zum Glück ist der M4 Karabiner
mit Zielfernrohr bestückt. Tatsächlich. Da laufen ja Feinde. Die können
zwar nicht auf mich geschossen haben, dazu sind sie noch zu weit
entfernt, aber was weg ist, ist weg denke ich mir und sende ihnen meine
Kugeln rüber. So, die wären erledigt. Mittlerweile ist das feindliche
Feuer auch verstummt und ich begebe mich auf die Suche der Verursacher
dieser Ungemach. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, murmele ich
und robbe langsam über den Berg. Die Augen weit aufgerissen und die
Nerven in höchster Anspannung. Der alte Panzermeyer wird doch nicht auf
so einem elenden kahlen Berg im Tschad bleiben! Nichts, absolut nichts
zu sehen. Und diese Stille! Das ist eindeutig zu ruhig. Nur das Summen
des PC-Lüfters verrät mir das ich ja eigentlich nicht im Tschad bin.
Allerdings bin ich mir da im Moment nicht ganz so sicher....;-) Ich
entschließe mich zu einem beherzten Vorstoß und jage zu einem
vorgelagerten Hügel. Nun kann ich mit dem Fernglas schon weit hinten
das Terroristencamp erblicken, sowie den ein oder anderen Wachposten.
Ich ziele und erwische sogar einen. Die meisten Kugeln treffen aber
nicht. Ich bin noch zu weit weg. Vor mir eine ebene Fläche. Da muß ich
rüber, um weiter an das Camp zu kommen. Gefällt mir gar nicht, aber
ich muß es riskieren. Schnellstens laufe ich über die freie Wüste zum
nächsten Fels und von dort besteige ich wieder einen Berg. Aha. Da
steht ja schon wieder einer rum. Peng. Nun liegt er. Diese Taktik mit
der Bergbesteigung scheint eine gute Idee gewesen zu sein. Jetzt sehe
ich auch schon deutlicher das Camp. Sieht total verlassen aus. Das ist
bestimmt eine Falle! Sorgfältig schaue ich mit und ohne Fernglas in
alle Richtungen, ehe ich mich zum weiteren Vormarsch entschließe. Nach
kurzer Zeit stehe ich erneut unter Beschuss, wieder kann ich den Schützen
nicht lokalisieren und da nun auch meine Kameraden vom Alpha-Team das
Camp angreifen, ist sowieso nicht mehr zu hören, von wo die Schüsse
kamen. Alles rattert und knallt. Die Terroristen brüllen sich in einer
fremden Sprache (Arabisch???) Befehle oder sonst was zu. Über
Funk vernehme ich die schmerzliche Nachricht, das ein Mitglied des
Alpha-Teams getroffen wurde. Von Stille keine Spur mehr! Es ist ein
irrer Kampflärm entbrannt. Alles muß nun verdammt schnell gehen. Ich
laufe zum Camp, die Kugeln pfeifen durch die Luft. Ich greife ins
Kampfgeschehen ein und erledige einige Terroristen, doch meine Stellung
ist zu offen und ich muß mich zurückziehen. Plötzlich herrscht abrupt
wieder Stille. Das Alpha-Team ist vernichtet. Sch...! Ich schleiche nun
auf einer Hügelkuppe entlang und schalte per Zielfernrohr und
Einzelfeuer einige Feind aus, so dass nur das knappe Bellen meines M4
die Stille zerreißt. Nun muß ich handeln und stürme vorwärts. Ich
will das Camp umgehen und stoße unverhofft auf jede Menge Feinde. Die
haben da Jeeps und so´n Zeugs. Ich feuere was das M4 hergibt und das
Wechseln der Magazine kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ich kämpfe mich
tapfer vor und man könnte durchaus sage: Leichen pflastern seinen
Weg.... Nun bin ich tatsächlich mitten im Camp, zwischen Zelten und
Steingebäuden. Vor einem Zelt erhalte ich per Funk die Nachricht, das
die Geisel hier vermutet wird. Gerade als ich das Zelt untersuchen will
und ganz langsam heranrobbe, greifen sehr viele Feinde im Sturmlauf an.
Wieder Deckung suchen. Keine Zeit! Nein! Nimm das und das und das......
Ich schieße im Laufen und mit Feuerstößen. Ich überlebe wie durch
ein Wunder. Nun muß ich mich wieder zum Zelt vorkämpfen. Diesmal
erreiche ich es. Nein, es ist leer! Ich bin zu spät gekommen!
"Schnell, schnell, verschwinde!!" brüllt es durchs Funk.
"Die Geisel ist abtransportiert worden. Sofort verschwinden!"
Oh nein, ich habe versagt. Da stehe ich nun im leeren Zelt. Die Geisel
ist weg. Okay. Ich muß los. Dumm gelaufen... Es sollte noch dümmer
laufen, denn als ich resigniert vor das Zelt trete, sehe ich mich einer
Menge angreifender Terroristen ausgesetzt. Ich bemerke, das ich nur noch
ganze 18 Schuss Munition habe! Das ist das Ende! Ich rotze sie trotzig
meinen Widersachern entgegen und unwillkürlich nehme ich auch den
Finger nicht vom Abzug, als das Magazin schon leer ist. Dumpf
treffen dann die ersten Kugeln mein virtuelles Ego. Die Kugeln
durchsieben mich förmlich und reißen mich zu Boden. "Bravo is
down! Bravo is down!" ist das Letzte was ich noch vernehme. Süß
ist der Heldentod in der Wüste des Tschad....."
Uff! Zum Glück nur
ein Computerspiel! Das hat voll was. Ich bin schwerstens begeistert! Das
spielt sich ja "wie echt"! Die Atmosphäre kommt voll rüber
und es gibt auch nicht, wie in "Shootern" üblich, solch
unrealistische Sachen wie: "Extraleben" und
"Waffenupgrades". Nein. Hier ist man halt einfach Soldat.
Einzelkämpfer zumal. Was der Soldat braucht, das trägt er eben am
Mann! Und ist es dann verbraucht, was Munition ja leider so an sich hat,
dann hilft eben nur Einfallsreichtum.... Delta Force ist spitze, macht süchtig
und ist jedem zu empfehlen! Allerdings gibt es für "Warmduscher"
und Typen die im Sitzen pinkeln auch solch widerliche Optionen, wie:
"Power Ups" an! Unfassbar! Ich schwöre, das ich sie noch
niemals eingeschaltet habe!! Jedenfalls kann sich hier jeder kleine
Loser dann im Sammeln von Kisten mit Munition, Granaten und Erste Hilfe
Päckchen üben, statt seinen Mann an der Front zu stehen! Okay, Männer.
Bleibt nur noch zu sagen das Delta Force DAS Netzwerkspiel
schlechthin ist. Wenn Sie es schaffen Ihre menschlichen Gegner mit dem
Messer zu töten oder Ihnen mit der LAW den Kopf vom Hals zu schießen,
dann haben Sie es geschafft und sind einer der ganz heißen Typen der
Delta Force! |