| Rezension:
DTM Race Driver
von Codemasters ist ein Rennspiel mit Hintergrundgeschichte,
auf die bereits im toll gemachten Introvideo eingegangen wird. Der
Spieler verkörpert den jungen Rennfahrer Ryan McKane und startet so
seine Karriere im heißen Rennzirkus. Dieser Karrieremodus wirkt enorm
motivierend und so nimmt einen dieses Spiel von der ersten Minute an
gefangen. Man kann eigentlich auch keinen anderen Modus anwählen, aber
in ihm sind folgende Modi integriert: 1.Freies Rennen 2.Zeitfahren
3.Netzwerk und 4.Mehrspieler (an einem Bildschirm).
Die Präsentation
kann als voll gelungen bezeichnet werden, zu der auch originale
Musikstücke diverser Kultbands ihren Beitrag leisten, als da wären
Thin Lizzy, Lynyrd Skynyrd und Iggy Pop. Echt super! Weiterhin verfügt DTM
Race Driver auch über alle Lizenzen, so dass mit originalen
Rennwagen über die Pisten gebrettert werden kann. Das ist ohne Zweifel
ein weiterer sehr großer Pluspunkt für diesen Titel, zumal die
Umsetzung nicht nur grafisch vom allerfeinsten ist, sondern auch vom
Simulationsaspekt her. Jedes Auto verhält sich auf seine Weise. Nun
gut, ob das wirklich stimmt, kann ich natürlich nicht nachprüfen, denn
ich habe eher selten die Gelegenheit mit derartigen Rennwagen über die
zahlreichen Rennstrecken dieser Welt zu kurven, aber es reicht mir voll
und ganz, wenn die Wagen unterschiedliches Fahrverhalten aufweisen. Und
das tun sie allemal, gerade der Unterschied im Fahrverhalten von Vorder-
zu Hinterrad betriebenen Autos ist wunderbar simuliert. Wer dieses Spiel
ohne Lenkrad spielt ist also selber schuld.
Besonders erfreut
hat mich auch die Detailverliebtheit der Entwickler. Originale Werbung
ziert z.B. nicht nur die PS-Boliden, sondern findet sich auch auf den
Rennstrecken. Das ist aber noch lange nicht alles, denn auch die Menüs
sind ins Spiel integriert: im Hauptmenü sitzt Ryan locker an seinem
Schreibtisch bei einer Tass´ Kaff´. Der Computer stellt das
Laufbahn-Untermenü, der Papierkorb das Verlassen des Spieles, die
Büroschränke das Optionsmenü, die Landkarte das Fahrerduell-Menü und
die Tür das Freizeit-Untermenü dar. Klickt man auf Letzteres, so
befindet man sich in einer Art Aufenthaltsraum und auch hier
symbolisieren wieder Einrichtungsgegenstände bzw. Personen,
verschiedene Untermenüs oder Spielmöglichkeiten: Kleiderschrank =
Freies Rennen, Stoppuhr und Zeitblock = Zeitfahren, Laptop =
Netzwerkmenü, Fernseher = Aufgezeichnete Rennen und Clips betrachten
und klickt man auf die sitzenden Fahrer, so kann man den
Mehrspielermodus an einem Bildschirm starten. Doch nicht nur diese
Menüs versprühen das Gefühl so wirklich dabei zu sein, auch vor und
nach den einzelnen Rennen im Karrierespiel, lockern Sprüche und
Videoeinspielungen mit der Spiele-Grafikengine das Geschehen auf.
Während eines Rennens hört man aufmunternde Worte oder Kommentare
seines Teamchefs, was auch richtig gut rüberkommt.
Die eigentlichen
Rennen sind natürlich das Herzstück von DTM Race Driver. Man
beginnt seine Karriere in der Super Sports Gruppe, in welcher sechs
Rennserien und ein "Single Day Event" zur Verfügung stehen.
Nach der ersten durchgespielten Rennserie erhält man diverse Angebote
von verschiedenen Teams. Sagt einem eines dieser Angebote zu, so wird
man in der folgenden Saison die Rennen für dieses Team bestreiten. Um
in die nächst höhere Klasse aufsteigen zu können, benötigt man eine
gewisse Anzahl von Punkten. Punkte erhält man durch das gute
Abschneiden in den einzelnen Rennen. Man muss einen der ersten sechs
Plätze belegen, um die begehrten Punkte zu erhalten. Als Sechster
erlangt man einen Punkt und als Erster gar zehn. Je besser man ist,
desto schneller bekommt man die nötige Punktzahl, um in die folgende
Klasse, die Power Racing Gruppe mit vier Rennserien und einem
"Single Day Event", aufzusteigen. Anschließend strebt man
dann die oberste Liga, die Lola World Championship an.
Vor einem Rennen
befindet man sich in einem wiederum realistisch gehaltenen Menü - der
Garage. Dort gibt es folgende Möglichkeiten: Meisterschaftsstand
einsehen, Startposition einsehen (diese werden immer festgelegt), Ende
(zum Hauptmenü), Rennen und Wageneinstellung/Testfahrt. Letzterer
Menüpunkt ist immens wichtig, denn ohne die Strecke zu kennen, wird es
kaum möglich sein einen der vorderen Plätze zu belegen. Hier kann der
Wagen auf die Anforderungen der Strecke angepasst werden. Dazu stehen
folgende Möglichkeiten zur Verfügung: 1. Schaltung 2. Abtrieb 3.
Federung 4. Stabilisator 5. Reifen 6. Bremskraft 7. Laden (einer
Einstellung) 8. Speichern (einer Einstellung) 9. Testfahrt und 10. Ende.
Die Einstellungen sind übersichtlich und nicht zu kompliziert
ausgefallen. Weitere Hinweise finden sich auch im allerdings sehr
mageren Handbuch. Am stärksten muss ich die fehlende Erklärung zu den
Boxenstopps bemängeln! Diese kommen nämlich manchmal in einigen Rennen
vor und wer sie missachtet scheidet aus. Eine Maussteuerung in den
Menüs wäre mir auch lieber gewesen, als diese Fummelei mit der
Tastatur - aber das mag ja Geschmackssache sein. Sind alle Einstellungen
vorgenommen und ausgiebig Testfahrten unternommen worden, so wählt man
den Punkt "Rennen" an und nun zeigt es sich, ob man in dem
Kampf um die Plätze bestehen kann.
DTM Race Driver
verbreitet echtes Renn-Flair, wie kaum ein Spiel zuvor. Ich gebe zu,
das mich dieses Spiel von der ersten Sekunde an begeistert hat und noch
begeistert. Das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern, denn eine
Karriere will erst einmal durchgespielt sein - und das ist nicht an
einem Wochenende machbar. Zum Glück! Ich mag Spiele, die mir viel für
mein Geld bieten und DTM Race Driver ist genau so ein Titel mit
extrem lang anhaltendem Spielspaß. Hat man irgendwann einmal die
Karriere durch und auch alle Einzelherausforderungen anderer virtueller
Fahrer gewonnen, was mit Bonusfahrzeugen belohnt wird, so stehen einem
für den weiteren Spielspaß noch die Mehrspielermöglichkeiten zur
Verfügung. Codemasters DTM Race Drive ist für mich der Sieger
im Genre "Racing Games".
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