| Rezension:
Evolva
von Computer Artworks und Virgin
Interactive beschreibt sich selbst als ein actionreiches
Shoot-em-up mit taktischen Elementen eines Strategiespieles. Das hört
sich ja nun schon sehr interessant an, besonders die taktischen Elemente
machen mich neugierig. Schauen wir mal, was an Evolution (Evolva) dabei
herauskommt, wenn Computerkünstler (Computer Artworks) mit einer
interaktiven Jungfrau (Virgin Interactive) zusammentreffen.
Nach problemloser
Installation folgt der futuristische Video Vorspann, der zart besaiteten
Zeitgenossen sicher eine schaurig schöne Gänsehaut beschert. "Ein
monströses Mutantenei flog durch die Weiten des Weltalls und
dann....." Nein, mehr verrate ich nicht. Echt sehenswert das
Filmchen und eine gelungene Einführung für das Spiel, welches einen in
eine Zukunft entführt, in der der Alptraum der Genmanipulation
Wirklichkeit geworden ist.
Der Spieler ist ein
Evolva, ein Elitekrieger der Zukunft. Er steuert ein Team aus vier
Genohuntern. Diese vier haben nicht nur verschiedene Namen, sondern
unterscheiden sich auch in Hinsicht ihrer Eigenschaften. Da wäre der
manövrierfähige "Agilo", der schnelle "Tempo", der
starke "Sumo" und der treffsichere "Intello". Diese
vier "Macho-Mutanten" können nun durch Genmanipulation
weiterentwickelt werden. Zwei Gen-Typen gibt es: 1. Eigenschafts-Gene,
welche von dem Gewebe der einheimischen Planetenbewohner gewonnen wird.
Es verbessert die Eigenschaften der Genohunter, wie z.B.: höhere
Sprungkraft oder schnellere Fortbewegung. 2. Waffen-Gene, welche von
besiegten Gegnern stammen. Hiermit kann die Waffe des Gegners benutzt
werden, besser gesagt, man mutiert den Genohunter, so dass er nun diese
Waffe erhält. Nicht nur die parasitären Feinde machen den Genohuntern
das Leben schwer, nein zu allem Unglück ist der Planet des Einsatzes
auch noch recht unwirtlich. Man sollte sich vor brennbaren Pflanzen,
Lavaseen, rutschigem Untergrund und dem Säuremeer doch tunlichst in
Acht nehmen. Zu Beginn der ersten Mission stehen die vier Genohunter
denn auch noch jungfräulich und ohne Waffen recht verloren in der bösen
Welt des zu rettenden Planeten. Die abgefahrene Grafik mit den wilden
Farben verleiht dem ganzen Spiel ein echt futuristisches Flair. Die
Steuerung der Genohunter ist schnell erlernt und das fröhliche Mutieren
kann beginnen. Evolva ist schon ein besonderes Spiel, da man sich zuerst
an die ungewöhnlich Aufgabe des Suchens von Genmaterial gewöhnen muß.
Aber auch das Mutieren an sich gehört ja nicht gerade zu unseren
Alltagsgeschäften... Überall lauern außerdem noch tödliche Gefahren
und da lobe ich mir doch die Speicherfunktion, die jederzeit benutzt
werden darf. Schon in der ersten Mission zeigt sich, das auch
Kombinationsgabe vom Spieler verlangt wird. Will er zum Ziel gelangen,
so müssen die Genohunter einen Graben überspringen, was sie aber
(noch) nicht können. Flugs wird Genmaterial von einheimischen
Wesen aufgenommen und die Erst-Mutation beginnt. Nun springt es sich
doch sofort viel besser! Also: Stößt man auf Schwierigkeiten,
dann sollte man seine grauen Zellen anstrengen und überlegen, mit
welcher Eigenschaft oder Waffe, man dieselben beseitigen könnte. Danach
sucht man dann die entsprechende Genquelle, wobei natürlich auch vor
dem Einsatz roher Gewalt nicht zurückgeschreckt wird, um an den Stoff
der Begierde zu gelangen. Nach und nach stehen dann immer mehr Gene zur
Mutation zur Verfügung und der Spieler sollte sich gut überlegen in
welche Richtung er seine Genohunter züchtet, denn es stehen immer zwei
Möglichkeiten zur Wahl. Insgesamt soll es Millionen von Möglichkeiten
geben. Schön, das sich auch das äußere Erscheinungsbild der
Genohunter bei den Mutationen verändert, das verleiht der ganzen
Angelegenheit so einen "frankenstein-ären" Charakter, wenn
ich das mal so formulieren darf. Abschließend möchte ich noch
auf zwei Dinge hinweisen: 1. Die Missionen in Evolva sind geradlinig,
aber nicht einfach! 2. Auch Mehrspielermöglichkeiten sind vorhanden, so
dass den Mutationen in LAN und Internet nun nichts mehr im Wege steht!
Man sollte bloß
darauf achten, das es mit dem Mutieren nicht zu weit führt und wenn man
aus dem Computerzimmer hört: "Mutti
ich hab das Motherboard mutiert!" - dann könnte es bereits zu spät
sein.... |