| Rezension:
Wieder
einmal beweisen die Mannen von Tom
Clancy´s Red Storm Entertainment, das sie etwas von
Strategiespielen verstehen. Mit Force 21, welches von Take2
vertrieben wird, bereichern sie das Genre durch eine recht
interessante Konfliktsimulation.
Steigen wir gleich
mal in das Spiel ein, denn es ist sehr zugänglich und herrlich einfach
zu bedienen. Der Spieler führt seine in Züge gegliederten Einheiten
nicht nur im Echtzeit-Kampf über die recht gut gemachte 3D Landschaft,
sondern ist auch für die Planung der Einsätze und die Koordination der
unterschiedlichen Waffengattungen zuständig. Um es gleich am Anfang zu
sagen: Die Echtzeit macht hier Sinn, da Force 21 kleine
Bodengefechte simuliert, wie sie sich tatsächlich im Jahre 2015
zutragen könnten. Die Errichtung von Fabriken und das Ansammeln von
Massenheeren, was in anderen Echtzeitspielen bis zum Exzess zelebriert
wird, findet hier berechtigterweise nicht statt! Die Menge der Einheiten
ist überschaubar, so dass es tatsächlich möglich ist eine vernünftige
Planung und die anschließende Koordination der Einheiten auch zu bewältigen.
Zuerst hat der
Spieler die Wahl zwischen den beteiligten Kriegsparteien, als da sind
USA/Kasachstan und Volksrepublik China. Jede Seite hat selbstverständlich
differente Waffensysteme, mit den ihnen eigenen Vor- und Nachteilen.
Insgesamt werden 42 Einheiten simuliert. Diese teilen sich wie folgt
auf: 6 Kampfpanzer, je zwei pro Nation - 5 motorisierte Kampffahrzeuge:
2 USA, 2 Kasachstan, 1 China - 9 leichte Fahrzeuge: 3 USA, 2 Kasachstan,
4 China - 3 Fahrzeuge elektronischer Kriegführung, je eine pro Nation -
5 Pionierfahrzeuge: 2 USA, 2 Kasachstan, 1 China - 3 Artillerie: je eine
pro Nation - 4 Logistik Fahrzeuge: 2 USA und 2 desselben Typs bei
Kasachstan und China - 2 Luftunterstützung: 1 USA, 1 China - 5
Hubschrauber: 2 USA, 1 Kasachstan, 2 China.
Das Spiel beginnt mit
der Einsatzbesprechung. Der Kommandeur Oberstleutnant Talbot
erscheint in Form eines Fotos am linken unteren Monitorrand und gibt in
einem Textfeld die Situation und den Auftrag bekannt. Eine Einsatzkarte
verrät dem Spieler die Topographie des Schlachtfeldes und den Standort
der ihm zugewiesenen Truppen. Leider ist diese Einsatzkarte nicht sehr
hilfreich, da sie viel zu oberflächlich gehalten ist. Ich hätte mir
hier wesentlich mehr Informationen gewünscht, wie z.B. Namen und Lage
von Ortschaften oder markanten Punkten. Nach der Lagebesprechung beginnt
die "Setup"-Phase. Dem Spieler stehen einige Zugführer mit
den unterschiedlichsten Eigenschaften zur Verfügung. Insgesamt 40
Charaktere kommen im Spiel vor. Sie unterscheiden sich nicht nur durch
ihre Portraitfotos und Namen. Es gibt für jede Waffengattung
ausgebildete Zugführer, also Panzermänner, Aufklärer und Pioniere
etc. Diesen sind verschiedene Werte für "Verlegen",
"Kampf" und "Entdecken" zu eigen. (An dieser Stelle
muß ich auch mal auf die unzulängliche deutsche Übersetzung eingehen,
die ich hiermit bemängele! "Verlegen" sollte wohl besser mit
"Bewegung" oder "Stellungswechsel" beschrieben
werden. Weiterhin finden sich zahlreiche Übersetzungs- und
Rechtschreibfehler in dem Spiel, welche mich doch hin und wieder zum
Schmunzeln brachten.) Jedenfalls ist es sinnvoll die Zugführer für
seine Fahrzeuge mit Bedacht zu wählen, denn sie tragen natürlich
in gewissem Maße zum Gelingen oder Scheitern eines Einsatzes bei. Bevor
es nun direkt zu der Kampfsimulation geht, noch ein schnellen Blick auf
die Information. Die aus der Einsatzbesprechung bereits bekannte Karte
wird nun etwas größer dargestellt und in einem Textfenster berichtet
uns Kamerad Jakes über aktuelle Vorkommnisse. Jetzt kann der Einsatz
beginnen.
Der Hauptteil des
Monitors zeigt die 3D Spiellandschaft. Rechts haben wir die Menüleisten,
sowie eine Übersichts- und Sprungkarte und unten die Infos über den
angewählten Zug. Die Züge sind durch Klick auf den jeweiligen
Buchstaben anwählbar, also A, B oder C usw. anklicken und schon
erscheint unten das Bild des Zugführers mit den von ihm befehligten
Fahrzeugen. Ein Zug kann eine von vier Formationen bilden: Linie,
Kolonne, Keil und umgekehrter Keil. Es können auch drei verschiedene
Feuerbefehle definiert werden: Feuern bei Bedarf, Feuern nur erwidern
und Feuern nur auf direkten Befehl. Die einzelnen Fahrzeuge eines Zuges
können auch untereinander ausgetauscht werden und anhand der
Statusleiste kann der Zustand des Fahrzeuge überprüft werden. Grüner
Balken = alles okay, bis hin zu rot = vernichtet. Das Zugbefehlsmenü
bietet folgende Befehle: Bewegen, Patrouillieren, Stop, und
Sammelpunkt aufsuchen. Je nach Art des Fahrzeugs gibt es noch
Sonderbefehle: Tarnung anbringen und Befestigen. Weiterhin können Brücken
errichtet, Minenfelder gelegt, die Flughöhe der Helikopter festgelegt
oder Artillerieschläge befohlen werden. Es gibt auch spezielle
Fahrzeuge mit Störsendern, die eine Radarentdeckung erschweren oder
erleichtern, je nach Einsatztyp.
Das Spielgeschehen
kann recht schnell verlaufen und die Fahrzeuge brummeln in
unterschiedlichen Tempi über die hügelige und teils bewaldete 3D
Landschaft. Die Wegfindungsroutinen könnten besser sein, denn hin und
wieder rammen sich die Fahrzeuge. Das macht ihnen zwar nichts aus, kann
aber ärgerliche Zeitverluste verursachen. In der deutschen Version, die
man übrigens problemlos mit dem letzten patch 1.01 updaten kann, werden
Befehlseingaben von einem Sprecher kommentiert. Der gute Mann hat sicher
eine gesamte Packung Kaugummi im Mund gehabt, denn der breite
Ami-Dialekt ist schon für den ein oder anderen Lacher gut. Die Gefechte
sind spannend und besonders die Raketen ziehen effektvoll ihre Bahnen
durch den virtuellen Himmel, bevor sie krachend auf dem Zielobjekt
niedergehen. Welches dann meistens explodiert und mit dunkler Rauchwolke
abfackelt. Der Schwierigkeitsgrad ist gar nicht so einfach und deshalb
wird der Spieler an Force 21 recht lange seinen Spaß haben können.
Nachdem beide Kampagnen siegreich beendet wurden, kann dann das Gelernte
in den Mehrspielergefechten erprobt werden, welche ebenfalls unterstützt
werden. |