| Rezension:
Wer das
unglaublich gute Vorgängerspiel "Project I.G.I." schon kennt,
hat sicherlich sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet, so auch ich. Bei dem
Taktik - Shooter I.G.I. 2 - Covert Strike geht David Jones
endlich wieder "rein". Das Motto des ersten Teils "I´m
going in", gilt ebenso wieder für das aktuelle Spiel von Innerloop,
welches von Codemasters publiziert wird. Allerdings gibt es
gegenüber dem Vorgänger einige Änderungen, wobei diese meist zum
überaus positiven Gesamteindruck von I.G.I. 2 - Covert Strike beitragen.
Endlich kann man innerhalb einer Mission sogar abspeichern, wenn auch
nur dreimal (im Modus "normal"). Immerhin ist das für IGI schon ein großer Pluspunkt, war
es beim Vorgänger doch überhaupt nicht möglich und machte es das
Spiel dadurch nur für die hartgesottensten Fans von Taktik - Shootern
verdaulich. Alle an sanfte Ballerkost gewohnten Lutscher verzweifelten
schier an dem grandios knackigen Schwierigkeitsgrad.
I.G.I. 2 -
Covert Strike ist ein echter Taktik - Shooter mit ganz großer
Betonung auf "Taktik". Wer wild um sich ballernd drauf los
stürmt und meint, mit seinen bei Unreal - Tournament erworbenen
"Fähigkeiten", hier eine Mission erfolgreich abschließen zu
können, der irrt gewaltig. Neben einem schnellen Finger am Abzugshebel
im richtigen Moment, muss man bei I.G.I. 2 - Covert Strike nämlich
auch seine grauen Zellen strapazieren, was mir dieses Spiel umso
angenehmer macht. Nur mit der richtigen Taktik können die wirklich
fordernden Missionen bewältigt werden. Umso größer ist dann aber auch
die Freude, es wieder einmal geschafft zu haben und umso stärker das
Verlangen, endlich die nächste Mission beginnen zu können. Schon macht
dieses Spiel süchtig.... Die erste Mission ist praktisch als
Einführung zu verstehen, denn sie ist ohne große Probleme auf Anhieb
zu schaffen. (Diese erste Mission gibt es als kostenlose Demoversion und
ich empfehle jedem Leser sich das Teil mal anzusehen). Danach geht es
mit stetig steigendem Schwierigkeitsgrad und immer größer werdenden
Kampfarealen munter weiter im Agentendasein. Als Agent des I.G.I. muss
man natürlich mit allen Waffen gut umgehen können, welche dann auch
zahlreich im Spiel vertreten sind. Das obligatorische Kampfmesser - immer wieder gerne eingesetzt, um sich seiner
Gegner lautlos zu entledigen - ist manchmal sogar die einzig verfügbare
Waffe zu Beginn einer Mission. Zum Glück kann Jones aber den erledigten
Feinden die Waffen abnehmen, so dass er schnell wieder zu echter
Feuerkraft kommt. Neben Pistolen, welche als Seitenwaffen bezeichnet
werden, kann Jones noch eine Primärwaffe tragen. Diese Primärwaffe
kann ein MP, ein Scharfschützengewehr, ein MG oder gar ein
Raketenwerfer sein. Weiterhin gibt es noch Hand- , Blend- , und
Rauchgranaten, sowie Näherungsminen. Bei den Waffen gibt es aber einen
echten Kritikpunkt und der bezieht sich auf die Waffenwirkung. Meiner
Meinung nach kann das mit den Pistolen nicht so richtig sein.... Diese
kleinen Biester schießen enorm weit und haben eine kräftige Wirkung.
(Übertrieben gesagt: Könnte man auf die Pistolen ein Fernrohr
schrauben, so hätte man ein prima Scharfschützengewehr....). Hier
wurden scheinbar Abstriche am Realismusgrad gemacht, der ansonsten
erfreulich hoch ist. Weiterhin verwundert es mich hin und wieder, wie
zielgenau auf weite Entfernung die Feinde einen mit UZI´s beharken
können usw... Einige Beispiele für die im Spiel vorkommenden
Waffen sind: SVD Dragunov - AK 47 - M 16/M203 - Uzi - FN Minimi (SAW) -
Makarow - G-17 - MP5A3 und viele mehr. Natürlich ist die Munition
begrenzt, so dass damit sorgsam umgegangen werden sollte. Hin und wieder
findet man aber in den wirklich hervorragend gestalteten Missionen auch Nachschub
oder schnappt sich halt die Waffen toter Feinde. Viele Missionen beginnt
man mit genau den Waffen und dem Munitionsvorrat, den man aus der
vorigen Mission hat herüber retten können. Also Obacht, denn eine
schallgedämpfte Waffe ist immer von großem Nutzen und man sollte sie
nicht achtlos tauschen!
Jones geht aber
nicht nur "rein" (in Gebäude, Fabriken, Tunnelkomplexe oder
gar chinesische Tempelanlagen), sondern er kämpft auch
"draußen" (in Hafengeländen, bergigen Inseln oder
Wüstenflugfeldern). In einer Mission muss Jones gar das Bord-MG eines
Hubschraubers zielgenau einsetzen, was gar nicht so einfach ist.... Da
wären wir auch schon bei den zahlreichen und überaus
abwechslungsreichen Missionen. Wunderbar, einfach spitze, was die Mannen
von Innerloop da gebastelt haben. Dieses Missionsdesign kann gar nicht
hoch genug gelobt werden. Es ist wahrlich eine Klasse für sich. Nach
jeder Mission hat man tatsächlich das Gefühl wirklich dabei gewesen zu
sein. So spannend und fordernd sind sie gemacht! Gerade dieser Umstand
macht den enormen Spielspaß bei I.G.I. 2 - Covert Strike aus.
Schleichend und Deckung suchend pirscht man sich an seine Ziele an, um
dann wie eine Raubkatze im richtigen Moment zuschlagen zu können. Dies
gelingt natürlich nicht immer und für den folgenden Versuch sollte man
sich dann vielleicht eine andere Taktik aussuchen. Mit Jones führen
fast immer die unterschiedlichsten Wege zum Ziel, so dass der Spieler
weitreichende Freiheiten in der Durchführung seiner Aufgaben hat. Diese
Aufgaben werden ihm mittels Laptop mitgeteilt, der sich durch eine
hervorragende Übersichtskarte auszeichnet. Dank Anschluss an einen
Überwachungssatelliten kann Jones die meisten Feinde so orten, ihre
Routen studieren und sich einen Plan zurecht legen. Oft müssen
Sicherheitsanlagen überwunden und ausgeschaltet werden
(Überwachungskameras oder gar Selbstschussanlagen). Dokumente müssen
beschafft, Zielpunkte erreicht oder Geräte zerstört werden. Oft ist es
sinnvoll die Flucht- oder Angriffswege vor Erledigung der ersten Aufgabe
zu säubern, denn hin und wieder drückt die Zeit gewaltig. In einer
Mission steht er Spieler gar permanent unter Zeitdruck, da eine Brücke
vor Eintreffen eines Konvois pulverisiert werden muss. Das Dumme dabei
ist nur, das Jones sich erst einmal den nötigen Sprengstoff aus dem
bewachten Lager der Feinde besorgen muss... Doch das ist noch eine der
leichteren Aufgaben.... In späteren Missionen wird es erst richtig
fiese und dann wird das Nervenkostüm des Spielers wirklich geprüft.
Beispiel: Man hat die letzte Aufgabe der Mission erfüllt und betrachtet
gerade entspannt und zurück gelehnt das Zwischenvideo. Das Video endet
und man erwartet den nächsten Vorspann, doch was ist das... das Spiel
geht weiter und man ist in einer überaus misslichen Lage. Hilft
vielleicht ein beherzter Sprung ins dreckige Hafenbecken oder duckt man
sich in einer anderen späteren Mission geschwind hinter einen
Schreibtisch? Nun, diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen.
Die Entscheidung, sich I.G.I. 2 - Covert Strike zu kaufen,
dürfte Ihnen sehr leicht fallen, wenn sie die Referenz der
Taktik-Shooter kennenlernen wollen - und das lohnt sich, zumal auch
Mehrspieler-Partien unterstützt werden!
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