| Rezension:
Mech Commander von
Microprose (programmiert von Fasa Interactive) ist ein
Echtzeit-Strategiespiel, welches im Battletech-Universum angesiedelt
ist. Im Gegensatz zu anderen Spielen dieses Genres, wo Hunderte von
Einheiten befehligt werden, übernimmt der Spieler die Führung einer
Gruppe von maximal 12 dieser enormen Kampfroboter. Er ist also der
Kommandant einer Mech-Kampfroboter-Truppe und nicht nur verantwortlich für
die Durchführung der ihm aufgetragenen Missionen, sondern auch für die
Erhaltung, Verbesserung und Organisation der ihm anvertrauten Mechs.
Neben Kämpfen in Echtzeit kommen also noch planerische Effekte in dem
Spiel zum tragen.
Das Eröffnungsvideo ist spannend, mit
guten Schauspielern abgefilmt und stimmt einen sofort auf die zu
erwartenden Aufgaben ein. Die Missionsziele werden ebenfalls in
kleineren Videos dargestellt, was einem das Gefühl gibt wirklich in
einem Einsatz zu stehen. In dem Menü
"Besprechung/Aufstellung" werden nun die Roboter samt Piloten
für die Mission ausgewählt, was leicht mit "ziehen" der Maus
möglich ist. Eine Übersichtskarte zeigt den aktuellen Standort der
Truppe, sowie deren Ziele. Natürlich hat jeder Pilot auch so seine
besonderen Stärken und Schwächen und deshalb werden Werte (in Form von
längeren oder kürzeren Balken) für Schiessen, Steuern, Sprung und
Sensoren angezeigt. Neben der Kennung (Name) des Piloten wird auch sein
derzeitiger Dienstrang bzw. Erfahrungslevel (Greenhorn, Berufssoldat
etc.) verraten. Je mehr Kämpfe ein Pilot besteht und überlebt, desto
mehr gewinnt er an Erfahrung und Können dazu. Die Missionsziele sind
aber auch noch nachzulesen und da man sich ja nicht immer alles merken
kann, ist das eine sinnvolle Sache. In einem weiteren Menü (Kauf) kann
der Mech Commander (also der Spieler) nach Herzenslust die schönsten
Zusätze für seine Stahlboliden erwerben - vorausgesetzt es stehen ihm
genügend RP (Ressourcenpunkte) zur Verfügung. Diese überaus begehrten
RP erhält der engagierte Mech Commander nach erfolgreich
abgeschlossenen Missionen. Wie gesagt, in dem Menü "Kauf"
gibt es neue Mechs, Piloten, Komponenten (Waffen, Sensoren etc.) und
Fahrzeuge. Neben 18 Mechs, für die 29 verschiedene Waffen und 9
Komponenten erhältlich sind, findet man noch 25 Fahrzeuge. Dies alles
und die 12 stationären Bauten (Waffentürme, Generatoren etc.) die im
Spiel vorkommen, wird vorbildlich im Benutzerhandbuch beschrieben.
Nachdem der Mech Commander (Spieler) nun seine Auswahl getroffen und
alle Einkäufe getätigt hat, kann der Einsatz beginnen. Die Mechs
bewegen sich per Mausklick zum vom Spieler gewünschten Ort, sofern sie
vorher einzeln oder als Gruppe angewählt wurden. Ein weg-blendbares Menü
(oben links auf dem Monitor sichtbar) ermöglicht die Spezifizierung der
Befehle (schnellere Bewegung, Angriff auf Nahdistanz etc.) und enthält
weitere nützliche Funktionen, wie Zoom der Übersichtskarte,
Missionsstatus, Artillerieunterstützung oder Vergrößerung der
Spielkarte, um nur einige zu nennen. Jeder Mech, jedes Fahrzeug und
jedes Gebäude weist beim Anklicken auf dasselbe einen Balken auf, der
die aktuelle Stärke bzw. Panzerung anzeigt. Bei Treffern verringert
sich dieser Balken und verfärbt sich zusehends ins Rote - bis die
entsprechende Einheit dann farbenfroh explodiert. Die Grafik ist
detaillreich, aber nicht überladen, so dass ein guter Überblick gewährleistet
bleibt. Die Spielkarte, auf der sich unsere Battlemechs bewegen, ist
recht groß und wird erst beim Marsch entdeckt, ich will sagen: Die
"Schwärzung" unbekannten Gebietes verschwindet, sobald unsere
Mechs sich in der Umgebung fortbewegen. Bei Gefechten züngeln die
Flammen, prasseln die MG-Salven und rauchen die Raketen nur so herum. An
Auswirkungen auf die arglose Natur, die glücklicherweise ja nur eine
virtuelle ist, wurde auch gedacht: Bäume werden durch unsere metallenen
Monster einfach platt getreten und Wälder geraten in Brand. In der
Hitze des Gefechtes sollte ein Mech Commander aber immer cool bleiben
und nicht auf harmlose Sportwagen oder Autos ballern, die zwar auch von
den Sensoren erfasst und mit einem Stärkebalken versehen werden, aber
unbewaffnet sind! Die Umgebungslandschaft sollte zu taktischen Vorteilen
genutzt werden, denn die verschiedenen Missionen der Kampagne sind nicht
nur mit starker Feuerkraft zu gewinnen. Das ist genau der Unterschied zu
vielen anderen Echtzeit-Strategiespielen! Die maximal zwölf Einheiten
(man beginnt mit drei Mechs) bleiben einem erhalten und unterstehen in
der gesamten Kampagne dem Mech Commander (Spieler). Es können keine
Fabriken zum Bau neuer Einheiten und deren Massenproduktion errichtet
werden, um dann mit unzähligen Trupps den Feind zu plätten, nein diese
"Taktik" bleibt anderen Echtzeit-Strategiespielen überlassen.
In Mech Commander sollte sich der Spieler Zeit zur Planung eines
Einsatzes lassen. Die Mechs sollten sinnvoll zusammengestellt und ausgerüstet
werden. Da die Missionen recht unterschiedlich sind, treibt sich der
Mech Commander des öfteren in den Kauf- und Modifikationshangars
herum..... Durch die Vielzahl der Waffen und Komponenten stehen dem
Spieler unglaublich viele Mech-Varianten zur Verfügung. Das Schönste
daran ist: Er baut sie selbst zusammen! Auf dem Schlachtfeld können
feindliche Gebäude u.U. gekapert oder besetzt werden und nach einer
Schlacht besteht die Möglichkeit Beutegut einzusacken, welches die
"Bataillonsschrauber" der Instandsetzungstruppe dann
fachgerecht ausschlachten. Mech Commander ist schon ein besonderes
Echtzeit-Strategiespiel und die Vielzahl der "Awards", die es
bisher schon einheimsen konnte, zieren es zu Recht! |