| Rezension:
Mech
Warrior 3 von Microprose
ist ein action-geladenes Kampfspiel, bei dem der Spieler die Rolle
eines Mechkriegers einnimmt. Gleich vorneweg muss ich anmerken, das die
Grafik absolut spitze ist und der Sound, wie auch die Geräuschkulisse,
dem Spiel eine packende Atmosphäre verleihen. Die Mechs sehen
beeindruckend aus und bewegen sich flüssig animiert durch die
Landschaft. Das Stampfen der riesigen Stahlfüsse hämmert in den Boden
und jede Waffe hat ihren spezifischen Klang.
Nun, nachdem ich
mich ausgiebig als Mech Commander betätigt hatte (siehe Review Mech
Commander), bekam ich doch mal Lust selbst in so einem Kampfroboter
Platz zu nehmen. Wäre doch gelacht, wenn der alte Panzermeyer hier
nicht was beschicken könnte! Gesagt, getan - und los ging´s! Nachdem
ich brav die Trainingsmissionen absolviert habe, um mich mit den
zahlreichen Funktionen dieser Kampfroboter vertraut zu machen, fühlte
ich mich dann auch berufen mein Können in der Kampagne unter Beweis zu
stellen. Diese Trainingsmissionen sind wirklich sehr sinnvoll, denn ohne
sie wäre mein Mech garantiert nur zu einem Haufen Altmetall verarbeitet
worden. Sicher war ich zu Beginn der Kampagne noch kein Elite-Pilot -
und hin und wieder musste ich (mal eben schnell) auf der
Tastatur-Referenzkarte nachschauen, aber die Grundfunktionen hatte ich
doch schon ganz gut drauf. Zum Glück hatte ich noch meinen Microsoft
Sidewinder Pro Joystick, der sich hervorragend für dieses Spiel eignet
und die Steuerung der Mechs leicht macht. Also: Die
Missionsbesprechungen sind sehr realistisch geraten. Videoschnipsel
einer Aufklärungskamera zeigen einem die wichtigsten Ziele auf einer Übersichtskarte
an. Danach wird noch einmal alles genau in Wegpunkten festgehalten und
zu guter letzt kann man jederzeit per Tastendruck auf F12 die Ziele in
Kurzform einsehen. Jetzt wird es spannend, denn der erste Feindkontakt
steht bevor! Einige "Bulldog" Panzer wollen mir ans Leder. Die
Dinger sehen ja richtig niedlich aus von hier oben, leider spuken sie
mir doch zuviel Blei und ich lasse sie mal von meiner AK 10 kosten. Das
bekommt ihnen gar nicht gut und zurück bleiben lodernde Flammen
und zerstörtes Metall. Ja, Altmetall pflastert von nun an meinen Weg
durchs Battlemech-Universum! Da, plötzlich taucht der erste ernst zu
nehmende Gegner auf: Ein feindlicher Mech! (Schluck!) Der sieht ja
ziemlich übel aus. Was soll´s ran an den Feind und gleich mal die LSR
10 Raketen ausprobiert! Ich wähle den Feind-Mech als Ziel aus und
benutze mein Zielfadenkreuz-Fenster um ihn näher sehen zu können.
Endlich verrät mir das Piepen, dass das LSR-Zielgerät den Mech geortet
und erfasst hat. FEUER! Die Rauchfahnen meiner davon zischenden Raketen
nehmen mir für Bruchteile von Sekunden die Sicht. Treffer! Tatsächlich
getroffen. Hurra. Leider war der Schaden aber nicht sehr groß, deshalb
gleich noch eine Ladung hinterher! Wieder rauschen die Raketen los. Der
feindliche Mech hat mich natürlich zwischenzeitlich bemerkt und der
Beschuss scheint ihm gar nicht zu passen. Er kommt auf mich zu. Ein
Nahkampf ist nun unvermeidbar. RUMMS! Mein Mech kippt um. Oh, nein, was
ist denn nun los. Eine feindliche Raketensalve hat mich voll erwischt
und meinen Boliden zu Boden krachen lassen. Schnell die "G"
Taste gedrückt und schon richtet sich mein Mech vom Typ
"Guerilla" wieder auf. Mann - und ich dachte schon das wäre
es gewesen. Na warte du Hansel, denk ich mir und verpasse meinem Gegenüber
eine volle Laserladung in sein linkes Roboter-Bein. Die Schadensanzeige
unten links verrät mir sofort, das ich ihn gut erwischt habe. Er
humpelt und sein linkes Bein weist rötliche Verfärbung auf. Gut, gut.
Das wird jetzt meine Taktik sein. Ich ziele nur noch auf diese wunde
Stelle, denn so bleiben die restlichen Teile des Mechs relativ unbeschädigt
und ich kann sie als Beute nach der Schlacht bergen. Man kann ja nie
wissen, was man noch mal so alles gebrauchen kann.....
Feuer-Feuer-Feuer- ich jage die Laserschüsse raus. Leider trifft nicht
jeder Schuss, aber es geht einfach alles sehr schnell und der feige Sack
will sich jetzt auch noch aus dem Staub machen! Plötzlich heulen alle
Warnsirenen auf und die Meldung: "Achtung der Reaktor steht kurz
vor der Kernschmelze!" lassen mich zusammenzucken. Mist - Überhitzung!!
Durch die schnelle Schussfolge habe ich mein System überlastet und die
Hitze wurde zu groß. Durch die "F" Taste kann ich das wieder
in den Griff kriegen. Alles klar. Mit der Maschinenkanone gebe ich ihm
dann den Rest. Die Schüsse krachen dumpf auf seine Panzerung und dann,
endlich, zerfetzen sie das metallene Bein. Der Gegner schwankt und
kracht zu Boden. Sieg! Erleichterung verdrängt die Anspannung der
letzten Sekunden. Ich muss allerdings feststellen, das auch mein Roboter
nicht unbeschadet geblieben ist. Ich rufe per Funk meinen mobilen Feldstützpunkt
und weise ihm einen Treffpunkt zu. Nichts wie hin da, denn ich brauche
dringend Reparaturen und neue Munition, bevor ich den Auftrag zu Ende führen
kann. Ja, Mech Warrior 3 bietet richtig coole Action und das Gefühl,
selbst in so einem Kampf-Roboter des Battlemech-Universums zu sitzen,
wird dem Spieler geradezu beängstigend realistisch vermittelt. Das ist
ja eine richtige Kampfroboter Simulation! Doch zu einer Simulation gehört
natürlich noch mehr als reine Action und perfekte grafische Umsetzung.
Was ist denn noch so in Mech Warrior 3 enthalten? Nun, ich denke die
Bedingungen werden voll erfüllt, denn nach einer Schlacht sammeln die
Fahrzeuge des mobilen Feldstützpunktes (Ihr werdet diese Jungs zu schätzen
wissen!) nicht nur Munition und Roboterteile auf, sondern sie stehen
einem während eines Einsatzes auch für Reparaturen zur Verfügung.
Ziehen Sie diese schutzlosen Kerlchen aber nicht zu dicht an den Feind,
denn sonst könnten sie zerstört werden, was dann auch das Ende Ihres
Roboters nach sich ziehen wird. Die schönste Kampfmaschine ist eben
ohne Munition nichts wert und werden fällige Reparaturen nicht ausgeführt
muss man bald mit einem Schrott-Mech ins Gefecht humpeln. Da stehen die
Erfolgsaussichten dann nicht besonders hoch. Nicht nur der mobile Feldstützpunkt
kann rumkommandiert werden, sondern auch befreundete Mech-Kameraden.
Lassen Sie Ihre Kameraden ein Ziel angreifen oder schicken sie die
treuen Gefährten zur Reparatur - all das (und noch mehr) ist möglich!
Nicht nur im eigentlichen Missionsgeschehen wird gespielt - vor einer
Schlacht kann ihr Mech nach Ihren Vorstellungen modifiziert werden. Das
eine schicke neue Lackierung nur der "letzte Schliff" sein
sollte, ist sicher nachvollziehbar. Wichtiger ist die richtige Bestückung
der Kampfmaschine mit Waffen und Komponenten, von denen es enorm viele
gibt. Es sind 32 verschiedene Waffensysteme mit über 80 Waffen und
Komponenten! Zur Auswahl stehen aber auch 18 Mech-Kampfroboter, die alle
ihre Feinheiten und Unterschiede aufweisen. Der Kreativität werden nur
Grenzen durch die maximale Tonnage der Mechs gesetzt. Es bringt eine
Menge Spaß an "seinem" Robbi rumzuschrauben, um ihn zu einer
noch tödlicheren Kampfmaschine zu machen. Wichtig ist hier die richtige
Balance zwischen Feuerkraft, Panzerung und Kühlung zu finden. Die
Kampagne führt den Mech-Piloten durch 20 Missionen, weiterhin stehen 4
Trainingsmissionen zur Verfügung und 6 Einzelszenarios. Selbstverständlich
gibt es auch Mehrspielerfunktionen für LAN und Internet, die viel Spaß
garantieren. Mech Warrior 3 ist ein irres Erlebnis und ich fühle mich
richtig wohl auf dem Pilotensitz meines Mega-Metall-Monsters! |