| Rezension:
Bei
Allied General stellt der Spieler, wie der Name schon vermuten
läßt, seine Dienste in die Sache der alliierten Mächte des zweiten
Weltkrieges. Vom Spielprinzip her hat sich gegenüber dem ersten Teil
(Panzer General) nichts geändert (siehe Rezension auf DerGrenadier.de: Review
Panzer General1). Vier Kampagnen stehen zur Auswahl:
Großbritannien1 - 1940 bis 1942 (Wüstenkrieg in Nordafrika),
Großbritannien2 - 1942 bis 1945 (Mareth Linie/Italien etc.), USA - 1942
bis 1945 (Operation Torch) und UdSSR - 1939 bis 1945 (von Finnland nach
Berlin). In den ebenfalls enthaltenen 39 Einzelszenarien kann der
Spieler wieder frei entscheiden, für welche Seite er kämpfen möchte
(Achse oder Alliierte).
War 1994 der erste
Panzer General noch ein DOS-Spiel gewesen, so war Allied General
1995 bereits ein Windows-Spiel, welches 256 Farben unterstützte.
Weiterhin wurde dem Spiel ein sog. Dossier hinzugefügt, in dem der
Spieler seine Spielergebnisse einsehen konnte. Grafisch veränderte sich
die Präsentation des Spieles ein wenig, die eigentliche Schlachtkarte
wurde vom Prinzip her aber beibehalten. All diese
Änderungen/Verbesserungen wurden später auch auf die Windows-Version
von Panzer General 1 angewandt, so daß sich bei heutiger Betrachtung
keine Unterschiede feststellen lassen.
Interessant ist Allied
General auf alle Fälle, denn mit den alliierten Einheiten eine
komplette Kampagne zu bestreiten ist eine echte Herausforderung. Gleich
die erste Mission der sowjetischen Kampagne hat so manchen
Hobbystrategen verzweifeln lassen, stellt sie doch eine wirklich harte
Nuss dar. Die Briten in Nordafrika zu führen oder die US-Truppen bei
der Operation Torch zu begleiten, ist auch wahrlich kein Spaziergang.
Rein subjektiv empfinde ich die US-Kampagne noch als am einfachsten,
aber das ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Festzuhalten ist mit
Sicherheit: Wieder gelingt es dem Spielprinzip zu überzeugen, denn die alliierten
Truppen spielen sich tatsächlich ganz anders als die der Achsenmächte.
Das zeichnet doch ein gut ausbalanciertes Strategiespiel aus, oder
nicht? Einheitliches grundlegendes Spielprinzip, aber durch
unterschiedliche Einheiten und diverse Modifikatoren (Wetter, Terrain
etc..) entsteht eine immer wieder neue Situation. Durch die genial
einfache Benutzeroberfläche erhält man zu dem komplexen Strategiespiel
eine komfortable Spielbarkeit. Das bedeutet, das sich der Spieler in
erster Linie auf die taktischen Probleme konzentrieren kann und eben
nicht, wie oft bei anderen wargames, mit einer problematischen und
komplizierten Befehlseingabe herumplagen muß. Diese Kombination
machte rundenbasierte Strategiespiele seinerzeit einem breiten Publikum
zugänglich. Jedenfalls die Spiele der sog. 5 Stars Serie von SSI.
Wie beim
Vorgänger, so überzeugen auch bei Allied General die
engagierten Sprecher, welche einen durch die Kampagne begleiten.
Deutlich kann der Spieler Briten, Amerikaner und Russen anhand des
gesprochenen Akzents erkennen. Dies verleiht dem Spiel nicht nur eine
Prise Realismus, sondern auch einen gewissen Charme. Wer also Panzer
General schon mochte, dem wird Allied General garantiert auch
gefallen. Es ist eine gelungene Fortsetzung der Serie und ebenso eine
notwendige. Immerhin möchte der ambitionierte Stratege schließlich die
Konflikte von allen Seiten beleuchten, sowohl als Spieler im Dienste der
Achse, als auch auf Seiten der alliierten Mächte. Schön das es bei Allied
General wiederum verzweigte Kampagnen gibt, so wie man es von Panzer
General gewohnt war. Wenn man sich das alles so betrachtet muß man doch
zugestehen, das die Jungs von SSI damals enorm kreativ waren. Was wäre
denn heute alles mit der mittlerweile stark fortgeschrittenen Technik
alles machbar und was wird tatsächlich daraus gemacht? Bevor ich jetzt
noch dem Philosophieren verfalle, widme ich mich jetzt lieber meinem
alten Schätzlein Allied General und erfreue mich an der zeitlos
innovativen Frische dieses hervorragenden wargames.
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