| Rezension:
Mit
Rally Championship 2002 setzt Ubisoft
seine Rallyserie fort. Allerdings bietet Rally Championship 2002 eine
ganze Menge mehr, als die bisherigen Rallyspiele aus diesem Hause.
Auf wirklich
gelungenen und abwechslungsreichen Strecken, 24 an der Zahl, rast der
Rallyfahrer durch unterschiedliche "Rallywelten", als da wären
Arktis, Kenia, USA und Großbritannien mit Schottland, Wales und Manx.
24 komplett lizenzsierte Autos stehen in verschiedenen Kategorien zur
Verfügung und man kann sich sogar noch 3 klassische Bonus-Fahrzeuge
erfahren. Beeindruckend sind auch die zahlreichen Spielmodi: Challenge,
Arcade, Meisterschaft, Einzelrennen und Mehrspieler. Viel Mühe und
Sorgfalt wurde auch auf die Streckenbeschreibung durch den Beifahrer
gelegt, die voll gelungen ist. Komplett in deutscher Sprache, sehr gut
verständlich und unterstützt durch farbige Markierungen ist man bei Rally
Championship 2002 immer gut informiert auf der Strecke unterwegs.
Die Grafik sieht edel aus und besonders die Schadensmodelle der
Fahrzeuge sind hervorragend umgesetzt worden. Soviel vorweg, öffnen wir
nun einmal die Motorhaube....
Die Installation
verlief problemlos und ein cooles Introvideo mit fetziger Mucke stimmt
ins richtige Rally-Feeling ein. Das Hauptmenü ist klar, sachlich und übersichtlich.
Hier wird zuerst einer der bereits genannten fünf Spielmodi gewählt.
Nach Erstellung eines Fahrerprofils, bei dem man sich sogar das
Geschlecht seines Beifahrers aussuchen kann, gelangt man zur Auswahl der
Rallyfahrzeuge. Diese werden in einem Menü von ihrer besten Seite präsentiert.
Super detailliert und in strahlendem Glanz drehen sie sich vor den
leuchtenden Augen des Spielers. Neben den wichtigsten Leistungsdaten
wird beim Modus Challenge sogar der Preis genannt. Dieser spielt hier
auch eine Rolle, da Fahrzeuge gekauft werden müssen. Folgende Autos können
bei Rally Championship 2002 bewegt werden: Citroen Saxo, Ford
Puma, Skoda Felicia, Honda Civic, Nissan Micra, Peugeot 106, Proton
Compact, Ford Escort Maxi, Hyundai Coupe, Renault Megane, Seat Ibiza,
Vauxhall Astra, VW Golf, Ford Focus, Lancer Evo VI, Lancer Evo V,
Peugeot 206, Impreza 2000 Sun, Seat Cordoba, Skoda Octavia, Subaru
Impreza, Impreza 2000, Impreza 2001, Hyundai Accent. Zusätzlich können
noch die besagten Klassik-Cars frei gefahren werden. Anschließend geht´s
ohne Umschweife auf die Piste. Halt. Stop. Natürlich kann noch am
Wagensetup gefummelt werden, dieses ist ebenso übersichtlich, wie alle
im Spiel enthaltenen Menüs und enthält folgende Optionen für
virtuelle Schrauber bereit: Übersetzung - Fahrwerk - Bodenfreiheit -
Bremsbalance - Bremskraft - Lenkung - Reifentyp - Reifenprofil
-Reifenmischung. Jede Einstellung kostet im Spiel Zeit, welche insgesamt
begrenzt ist. Die Einstellungen können einfach mittels Reglern geändert
werden. Zur Bedienung derselben ist kein technischer Studiengang oder
gar eine Promotion in Maschinenbau o.ä. erforderlich. Erfreulicherweise
übertreibt Rally Championship 2002 es hier nicht mit dem
Tiefgang in die Technik, denn als Spieler möchte ich in erster Linie
Spaß am virtuellen Fahren haben und keinen PC-Lehrgang zum
Hilfsmechaniker absolvieren.
Die abzufahrende
Strecke wird in einer Art "Briefing-Menü" nicht nur grafisch
dargestellt, sondern auch kurz beschrieben. Nun aber auf zu den Prüfungen,
denn es gibt davon mehrere pro Strecke. Je nach gewähltem Modus,
unterscheidet sich das Spielvergnügen bei Rally Championship 2002.
Im Arcade-Modus müssen leicht erkennbare Checkpoints innerhalb eines
Zeitraumes durchfahren werden. In einer Meisterschaft spielt man eben
eine komplette Saison durch, ein Einzelrennen ist, wie zu vermuten, die
Fahrt auf einer einzelnen Strecke und im Challenge Modus gilt es durch
Gewinne neue und bessere Wagen zu finanzieren, denn je nach Platzierung
erhält man unterschiedliche Preisgelder. Nach den einzelnen Rennen kann
es sein, das der Wagen Blessuren erlitten hat. Vor dem nächsten Rennen
hat der Spieler dann Zeit die notwendigen Reparaturen vorzunehmen,
allerdings gibt es hier ein Zeitlimit, so dass in schlimmeren Fällen
nicht sämtliche Schäden behoben werden können.
Wie bereits erwähnt,
ist die gesamte grafische Gestaltung von Rally Championship 2002
sehr gelungen. Die Fahrzeuge sehen super aus, sind sehr detailliert und
es werden zudem noch zahlreiche Ansichten geboten, so dass jeder Spieler
die Ansicht wählen kann, die ihm genehm ist. Sehr gut umgesetzt wurde
hier besonders die reale Fahreransicht mit Cockpit. Die Steuerung ist
anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und für meine Begriffe bewegen sich
die Autos etwas zu schwammig über die Pisten. Jeder Bodenbelag, ob
Asphalt, Schotter, Sand etc. verursacht realistischer Weise andere
Fahrgeräusche, doch die Rückmeldung an den Fahrer könnte hier noch
etwas differenzierter sein. Die Konfiguration des Eingabegerätes erwies
sich auf meinem System auch als problematisch, da das Spiel nach
Verlassen dieses Menüs permanent abstürzte. Letztlich spiele ich das
Spiel nun mit meinem bewährten Gravis Joystick, was sehr gut geht. Nach
etwas Übung kommt man mit der Steuerung und dem Fahrverhalten aber sehr
gut zurecht, schließlich muss man sich ja bei jedem Spiel erst einmal
mit den Verhaltensweisen der Fahrzeuge vertraut machen. Das
Rallyambiente ist jedenfalls gekonnt eingefangen worden. Da spritzt der
Dreck, da röhren die Motoren. Jeder Wagen hat nämlich seinen eigenen
Motorsound, was absolut spitze ist. Je nach Bodenbelag verdreckt das
Fahrzeug auch ordentlich, so dass die Glanzpolitur bald über und über
mit Matsch bespritzt ist. Sieht cool aus und erhöht den optischen
Realismus enorm. Besonders stolz ist man, wenn man scharfe Kurven oder
Kehren, mittels gekonnter Aktionen der Handbremse, schleudernder Weise
in hohem Tempo durchpflügt. Ja, das ist wahres Rallyfahren! Johlende
und jubelnde Zuschauer säumen hin und wieder die schwierigen, aber
niemals unmöglichen Strecken und heizen den Spieler zu Höchstleistungen
an. Spaßig sind auch mögliche diverse Abkürzungen, die nah an der
Strecke liegen und die benötigen Sekunden bringen können. Perfekte
Beherrschung des Fahrzeugs sind jedoch Voraussetzung, da diese neben der
eigentlichen Piste gelegenen Fahrmöglichkeiten oft Hindernisse, wie Bäume
oder Felsen aufweisen, die es geschickt zu umfahren gilt. Stürzt man
dennoch einmal von der Strecke ins Meer oder fällt von einem Berg, so
wird der Wagen wieder auf die Strecke gesetzt und das Rennen kann
fortgesetzt werden, allerdings ist dann natürlich wertvolle Zeit
verloren. Rally Championship 2002 fesselt den Spieler und bietet
eine reiche Vielfalt, welche durch den Mehrspielermodus positiv
abgerundet wird. |