| Rezension:
Schleichfahrt,
das in Zusammenarbeit von Massive und BlueByte
entstanden ist, wird in der Classics Serie dieser deutschen
Software-Schmiede zu einem günstigen Preis angeboten. Es bürgt für
die gute Qualität dieses Spieles, das es vier Jahre nach der Veröffentlichung
immer noch am Markt ist.
Kenner denken bei dem
Namen natürlich nicht an Autorennen, sondern vermuten richtig, das es
bei Schleichfahrt um den Kampf mit U-Booten geht. Vier Typen
stehen zur Auswahl, d.h. man beginnt mit einem älteren Boot und durch
erfolgreich abgeschlossene Aufträge, holt man sich die nötigen Gelder
für die größeren Pötte. Sie merken schon: Schleichfahrt
spielt nicht in irgendeinem der beiden Weltkriege, sondern in einer
Science-Fiction Welt, in der Söldnerkapitäne in ihren Unterseebooten
durch die Tiefsee schleichen. Die U-Boote können mit 2 verschiedenen
Waffensystemen bestückt werden: 1.Torpedo-Magazine und 2. Geschütze.
Die Auswahlmöglichkeit mag auf den ersten Blick gering erscheinen, aber
der Reiz liegt dann in der Wahl der unterschiedlichen Torpedo- oder
Geschütztypen. Acht Torpedomagazine, mit unterschiedlicher
Aufnahmekapazität stehen zur Verfügung. Diese können mit sage und
schreibe 22 verschiedenen Torpedos gefüllt werden. 11 Geschütze kommen
im Spiel vor, die durch 9 Software-Steuerungen optimiert werden können.
4 unterschiedliche Sensoren warnen den Kapitän vor Gefahren, so dass er
eines oder mehrere der 7 vorkommenden Defensivsysteme rechtzeitig
aktivieren kann. 5 Generatorentypen sorgen für mehr oder weniger
schnellen Antrieb unter Wasser. Sind wir schon einmal bei den U-Booten,
dann möchte ich auch gleich auf das Cockpit eingehen.
Hier ein kurzer Überblick
über die Cockpitanzeigen:
1. Autopilot: an/aus
2. Sensor: aktiv/in Aufwärmphase 3.Status der Panzerung 4. Kompaß 5.
Navigationspunkt 6. Bedrohung (Threat) 7.Positionsanzeigen mit Wasserhöhe
über dem Boot, Höhe des Bootes über Boden, Geschwindigkeit, Geräuschpegel
des Bootes, verstrichene Zeit seit Missionsbeginn, angepeilter
Navigationspunkt, Anzahl der "Buzzer" (Ablenkung für
Feindtorpedos). 8. Sonarerfassung 9. Zielerfassung 10. Ortungssystem des
aufgefassten Gegners 11. Vorhaltepunkt 12. Kinetisches Schild des
Gegners 13. Gegnertyp 14. Energie 15. Radioaktivitätswarnung 16. Strömungswarnung
17. Sonarwarnung 18. Sonarschirm 1 19. Sonarschirm 2 19. großes
Multifunktionsdisplay 20. Voxelsonar 21. Bild des Gegners 22.
Gegnerinformationen 23. ein oder zwei kleine
Multifunktionsdisplays 24. Textübersicht über die Waffensysteme.
Hey, hey man braucht
schon ein bisschen Übung, bevor man so ein Kämpfchen gewinnen kann.
Aber keine Sorge, die ersten Missionen sind zur Eingewöhnung und schon
bald ist Ihnen das Cockpit völlig vertraut und Sie schleichen, einem
Blitze sendenden Teufelsrochen gleich, leise über den Grund der Ozeane.
Immer auf der Lauer nach einem Gegner, der der Erfüllung Ihres
Auftrages im Wege steht. Die Steuerung der Boote erfolgt am besten über
die Tastatur, sicher kann man auch einen Joystick nehmen, aber das
erweist sich in der Praxis als zu umständlich. Jedenfalls kommt das
U-Boot "feeling" gut rüber, allerdings sollte man dazu
die Musik abschalten. Denn nur in der Stille der Tiefsee, mit im
Hintergrund brummelnden Generatoren, erlebt man die gefährliche
Unterwasserwelt so richtig intensiv. Steigen und Sinken wird
realistisch nachempfunden und das Manövrieren geht im allgemeinen nicht
so zielgenau, wie z.B. bei einer Panzersimulation, aber wir befinden uns
ja schließlich auch im feuchten Nass und da ist es nun einmal alles ein
wenig anders, als auf Mutter Erde. Gerade dadurch bekommt man das Gefühl,
wirklich im Wasser zu sein. Nun ist Schleichfahrt aber keine
U-Boot Simulation mit dem Anspruch auf exaktes Verhalten eines solchen
Bootstyps, sondern die Action-Elemente überwiegen ganz deutlich. In den
Auseinandersetzungen, die in jeder Mission unvermeidlich sind, fliegen
die Fetzen. Torpedos zischen durchs Wasser und Geschosse hämmern auf
Bootsrümpfe. Nur wer geschickt die Waffen wählt und diese gekonnt
einsetzt, wird letztlich als Sieger hervorgehen. Bemerken möchte ich
noch, das sich BlueByte nicht damit bequemt hat eine Mission wie
die andere zu gestalten. Sicher wird viel gekämpft, was schließlich ja
Sinn und Zweck des Söldnerdaseins ist, aber die Missionen sind
sehr abwechslungsreich geraten. Mal müssen ( zu Beginn) Schrotteile
entsorgt werden, dann heißt es unbekannte Boote zu identifizieren oder
Geleitschutz zu geben usw.. usw..
Durch das gesamte
Spiel zieht sich eine spannende Hintergrundgeschichte, welche ein
enormer Motivationsantrieb ist. Besonders gelungen sind hierbei
die Möglichkeiten der Interaktion, die auch für das Spiel selbst
notwendig sind, gilt es doch immer wieder Informationen oder Aufträge
zu bekommen. Dead Eye, so heißt Ihre Spielfigur, ist ein Söldner
und schon ein harter Kerl. Immer einen derben Spruch auf der Zunge, den
Sie Ihrem virtuellen Gegenüber per Mausklick ins Gesicht schleudern können.
Seien Sie aber vorsichtig, denn bei mehreren Antwortmöglichkeiten
sollten Sie Ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren. Beleidigte Personen
halten dringend benötigte Informationen gerne für sich und ob Sie von
verbal verprellten Auftraggebern jemals noch einen Job bekommen, lasse
ich mal dahin gestellt sein.... Diese Gespräche sind in den
Unterwasserstädten möglich, wo sich die verschiedensten Räumlichkeiten,
wie Bars, Hangars, Docks usw.. .finden. In diesen Städten kann man
weiterhin Munitionsnachschub einkaufen und das U-Boot aufrüsten. Auch
ein "Laptop" steht einem dort zur Verfügung: An den
Spieloptionen kann herum gestellt oder ein Speicherstand geladen
werden. Durchaus empfehlenswert ist das Speichern nach jeder gelungenen
Mission, denn der Schwierigkeitsgrad steigt ständig an. Nun aber
tief Luft geholt und: Ab ins Sub!! ;-) |