| Rezension:
Shadow
Watch von Redstorm
Entertainment wird in Deutschland von Take2
vertrieben. Hinter Redstorm verbirgt sich natürlich kein geringerer als
Mr. Tom Clancy, der für seine erfolgreichen Rainbow Six Spiele schon
viel Lob einheimsen konnte. Mit Shadow Watch bereichert er diesmal das
Genre der rundenbasierten Strategiespiele. Allerdings auf eine relativ
unorthodoxe Art und Weise, denn Shadow Watch ist grafisch in Comic-Form
gehalten! Mal ganz was anderes, aber warum nicht?
Der Spieler übernimmt
die Kontrolle der sechs Mitglieder der Shadow Watch, die sowohl aus
unterschiedlichen Nationen stammen, als auch verschiedenen Geschlechtes
sind. Da wäre der Brite Archer, die Asiatin Lily, der Kanadier
Bear, Rafael aus Brasilien, Maya aus den USA und Gennady aus Russland. (
Ich hätte natürlich lieber eine heiße Brasilianerin, z.B. Rafaela aus
Rio oder so... ;-)) gesehen, aber nun denn. Vielleicht im zweiten
Teil....). Jedenfalls hat jedes Mitglied dieses Teams ganz besondere
Eigenschaften, die durch Zugewinn an Erfahrung weiter verbessert
werden können. Rafael ist z.B. der Sprengstoffexperte und Maya eine
Scharfschützin usw... Bei jedem Einsatz gewinnen die Teilnehmer
an Erfahrung und nach dem Erreichen einer gewissen Anzahl an
Erfahrungspunkten, kann im Training eine Eigenschaft verbessert werden.
Dadurch wird im Laufe der Zeit eine Spielfigur immer schlagkräftiger.
Werfen wir aber erstmal einen Blick auf das Spielkonzept: Es gibt die Möglichkeit
einzelne Szenarien oder aber komplette Operationen zu spielen.
Einzeleinsatz:
Der Spieler kann nun frei den Einsatztyp wählen. Es gibt folgende
Typen: Angriff, Verteidigung, Entführung, Überfall, Zerstörung,
Rettung, Überwachung und Raub. Der Ort des Geschehens kann ebenso frei
gewählt werden. Folgende Schauplätze stehen zur Auswahl: Rio de
Janeiro, Hong Kong und Baikonur, wobei pro Schauplatz je sechs Karten
vorhanden sind. Bsp.: In Rio gibt´s u.a. den Nachtclub, in Hong Kong
z.B. ein ultra-modernes Büro und in Baikonur, welch Wunder, einen
Militärstützpunkt. Es kann also auf insgesamt 18 Karten rundenbasiert
gekämpft werden. Alle Karten sind relativ klein und die Kämpfe oder
Aktionen finden eigentlich immer in Gebäuden statt. An Feinden stehen
pro Schauplatz jeweils drei Gruppen zum Niedermachen bereit. Bsp.: In
Rio soll es so einen "Orden des Lichts" geben, in Hong Kong
natürlich die bösen "Triaden" und in Baikonur die
"Russische Armee". Es gibt insgesamt 9 gegnerische Parteien,
gegen die gekämpft werden kann und soll. Nun kann noch der Wachmodus
und die Alarmbereitschaft der Gegner in drei Stufen eingestellt werden
(niedrig, normal und hoch). Alle sechs Teammitglieder können gewählt
und voll hochtrainiert in einen Einsatz geschickt werden - oder, wenn
man die wahre Herausforderung liebt, wählt man eben nur einen Kämpfer
und trainiert ihn überhaupt nicht. Ganz nach Belieben des Spielers.
Operationen:
Operationen unterscheiden sich deutlich von einzelnen Szenarien, da sie
mit einer spannenden Rahmenhandlung versehen sind. Hier stehen zwar auch
alle sechs Shadow Watch Mitglieder zur Verfügung, aber sie sind zu
Beginn einer Operation noch völlig untrainiert und können oft auch
nicht alle auf einmal eingesetzt werden. Es ist dann sehr spannend den
Verlauf der Hintergrundgeschichte nach und nach in Erfahrung zu bringen,
indem man sich von einer Mission zur nächsten durchkämpft. Motivierend
wirkt hierbei natürlich der Umstand, das die Kämpfer durch mehr
Erfahrung auch immer stärker werden. Es geht in diesen Operationen, die
übrigens bei jedem Neubeginn mittels Zufallsgenerator erstellt werden,
immer durch alle Szenarien. Ob der Start nun in Hong Kong oder Rio ist,
das kann man nie vorher wissen. Die Aufgaben sind dann sehr
unterschiedlich: Zuerst bekommt man einige Hinweise und spricht mit
einigen virtuellen Personen. Interessant hierbei ist, das immer nur eine
Antwort gegeben werden kann, welche den weiteren Handlungsverlauf
bestimmt. Diese Rollenspiel-Komponente ist gut integriert und gefällt
mir. Es existieren für jede Stadt drei sog. Handlungsstränge und pro
Strang bis zu 200 verschiedene Wege, den die Handlung nehmen kann. Hört
sich jetzt vielleicht kompliziert an, bedeutet aber einfach nur, das es
immer wieder andere Hintergrundgeschichten ( 27 Stück) zu entdecken
gibt, die das Spiel auch langfristig interessant machen. ( Nach dieser
Rollenspiel-Komponente kommt es nun zur Planung eines Einsatzes: Die
Teammitglieder werden für die Mission bzw. den Einsatz ausgewählt, was
leicht mittels "Klick-und-Zieh" ( "Drag and Drop")
erledigt ist.
Spielablauf:
Jetzt werden die Elitekämpfer der Shadow Watch auf der Spielkarte
postiert und schon beginnt es. Nacheinander werden die einzelnen Kämpfer
nun über ein leicht zu erlernendes Menü gesteuert. Dieses Menü
befindet sich rechts am oberen Monitorrand. Die Kämpfer können in 45º
Schritten gedreht, seitlich, rückwärts und selbstverständlich auch
vorwärts bewegt werden. Die kess gezeichneten Comic-Kämpfer werden
dabei toll animiert. Insgesamt stehen dafür über 9.000
Figurenanimationen bereit. Jede Figur hat Aktionspunkte, die durch
Aktionen, wie Bewegung, Drehungen, Werfen oder Schiessen etc..
verbraucht werden. Neben den Aktionspunkten gibt es noch Moralpunkte.
Sinken diese Moralpunkte unter einen bestimmten Wert, was durch
feindliche Treffer hervorgerufen wird, dann verliert das entsprechende
Teammitglied den Kopf und dreht aus der Welle. Jetzt ist es der
Kontrolle des Spielers entzogen. Jede Figur folgt dabei ihrem
unterschiedlichen Charakter. Der hitzige Latino Rafael fängt z.B. an in
einer Art Kamikaze-Angriff seine Handgranaten auf die Gegner zu werfen,
andere versuchen schnell weg zu laufen usw... Nettes Feature, was doch
immer mal wieder interessant ist. Werden die Spielfiguren nicht ins
Jenseits befördert, dann beruhigen sie sich auch irgendwann einmal und
stehen endlich wieder unter Kontrolle des Spielers. Es kommt also darauf
an gezielt und unter Deckung vor zu dringen. Jedes Teammitglied sollte
schon seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Leider gibt es
keinerlei Mehrspielermöglichkeiten, was ein eindeutiges Manko an diesem
Spiel ist. Die vorhandene Möglichkeit ein absolviertes Szenarium per
e-mail an einen Freund zu senden, um dann zu sehen ob er es schneller löst,
ist sicher nicht das Gelbe vom Ei.... Shadow Watch zeichnet sich eher
durch schnelle und knackige rundenbasierte Gefechte aus. Die Szenarien
sind herrlich geeignet für das kurze rundenbasierte Gefecht
zwischendurch. Die Operationen nehmen hingegen schon wesentlich mehr
Zeit in Anspruch und erfordern weitsichtigen Umgang mit den sechs
schutzbefohlenen Elitewächtern. |