| Rezension:
Die
Sielder III - Gold Edition - des bekannten deutschen
Softwarehauses Bluebyte
enthält nicht nur das Spiel: Die Siedler III, sondern auch die Missions
CD und das Addon mit den herzallerliebsten Amazonen. Damit
noch nicht genug, erhält der Spieler weiterhin die neuesten Infos über
so interessante Projekte Bluebytes wie: Battle Isle 4 und Die
Siedler IV! Diese Infos sind perfekt in Szene gesetzt und machen
Appetit auf die kommenden Spielehits von Bluebyte!
Schon bei der
Installation der Gold Edition kommt Freude auf, denn alles funktioniert
reibungslos und ohne Probleme. Vergeblich sucht der Spieler ein dickes
Handbuch, welches man bei so einem komplexen Spiel eigentlich erwartet hätte.
Glücklicherweise erübrigt sich aber das stundenlange Lesen eines
solchen Wälzers, da 1. ein brillantes Tutorial (=Einführungsspiel) dem
Spieler Schritt für Schritt den Spielablauf nahe bringt und 2. das
Gameplay (=Spielführung) so beeindruckend einfach ist, das man es kaum
glaubt. Würden doch alle Spiele mit so einem benutzerfreundlichen
Service glänzen! Natürlich gibt es aber auch ein umfangreiches
"Online-Handbuch" und eine Kurzbeschreibung im CD-Inlet, so
dass im Zweifelsfalle alles genauestens nachgelesen werden kann. Werfen
wir einen Blick auf die Möglichkeiten des Spieles: Neben dem Spiel
gegen Kamerad Computer (der ein starker Gegner ist!), bestehen die
Optionen, die Siedler III auch in einem LAN und im Internet gegen
menschliche Kontrahenten auszuführen. Für jedes der vier Völker
stehen die beliebten Kampagnen bereit, deren Schwierigkeitsgrad zwischen
"leicht" und "normal" wählbar ist. Man kann aber
auch in einem Einzelspiel einfach so vor sich hinsiedeln. Dafür stehen
zahlreiche Karten zur Auswahl und sollten die einem immer noch nicht genügen,
so kann man sogar mittels Editor seine eigenen Karten erschaffen.
Worum geht es denn
nun eigentlich bei den Siedlern? Nun, der Spieler übernimmt die
Geschicke eines ganzen Volkes und sorgt, soz. als König, für
das Wohlergehen seiner Schutzbefohlenen. Ganz nach Geschmack stehen vier
Völker zum regieren bereit: Römer, Ägypter, Asiaten und Amazonen.
Jedes Volk hat dabei seine spezifischen Eigenschaften, die man auch
beachten sollte. Natürlich tragen die unterschiedlichen Völker auch
unterschiedliche Kleidung und frönen einem jeweils anderen Baustil, so
dass es an grafischer Vielfalt und Abwechslung nie mangelt. Jede
einzelne Spielfigur verrät ihren Beruf durch die ihr eigene
Berufsbekleidung und glänzt durch butterweiche Animationen. Selten habe
ich eine so detaillierte und liebevoll animierte Grafik bewundern können,
wie bei diesem Spiel. Manchmal ertappt man sich sogar dabei, wie man
still und stumm vor dem Monitor hockt und mit freudiger Miene seinen
kleinen Siedlern bei ihren Tätigkeiten zuschaut. Das sollte man
allerdings nicht allzu lange tun, denn so ein Volk will gut versorgt
sein und auch die Gegner lassen einem kaum Zeit für Muße. Da die
Siedler in Echtzeit ablaufen, können Versäumnisse nämlich
fatale Folgen haben.
Zu Beginn eines
Spieles stehen einige Siedler Ihres Volkes in der abwechslungsreichen
Landschaft herum. Weiterhin sind einige Werkzeuge und Rohmaterialien,
sowie ein Turm vorhanden. Nun heißt es die richtigen Befehle zu
vergeben. Die Versorgung der Bevölkerung sollte erst einmal gesichert
werden und anschließend geht es dann um nachhaltiges Wachstum. Bauen
Sie Holzfällerhütten und ein Sägewerk, um Bretter für den Bau
weiterer Gebäude zu erhalten. Steinbrüche ergeben die notwendigen
Ziegelsteine für die Häuser. Dann können Eisenerz-, Kohle- oder
Goldminen errichtet werden, sofern Ihre Geologen die entsprechenden
Vorkommnisse in den Gebirgen entdeckt haben. Die schwere Arbeit der
Bergleute spiegelt sich in deren Appetit wieder, also brauchen Sie
Nahrungsmittelbetriebe, wie Fischerhütten, Schweinefarmen oder
Weizenfarmen in der näheren Umgebung. Natürlich gehören dazu dann
auch Bäckereien, Schlachtereien und Windmühlen. Die Bergwerksprodukte
können auch nur in Eisen- oder Goldschmelzen weiter verarbeitet werden
und nun kann mit dem Eisen an die Produktion von Waffen oder Werkzeugen
gedacht werden. Es kommt hier auch auf kurze Transportwege an, welche
Ihre Siedlerchen mit der Zeit in den Boden trampeln. Je kürzer die
Transportwege, desto schneller stehen die fertigen Waren zur Verfügung
und umso schneller gestaltet sich die Entwicklung Ihres Volkes. An
Animationen mangelt es den Siedlern in keinster Weise! Häuser stehen
nicht plötzlich einfach da, als wären sie über Nacht vom Himmel
gefallen. Sie entwickeln sich: Zuerst ebnen Planierer den Boden, dann
wird ein Holzgerüst erstellt und die Maurer folgen. Nach und nach kann
man die Vollendung eines Gebäudes betrachten, in welches dann
letztendlich ein freier Siedler einzieht und es so mit Leben und Arbeit
füllt. Wichtig ist auch die Planung der Ressourcen, denn eine
Eisenerzmine kann z.B. ohne Spitzhacke gar nicht betrieben werden. Es
sollten also in der Werkzeugmacherei die notwendigen Werkzeuge
rechtzeitig in Auftrag gegeben werden. Ganze Wirtschaftsabläufe können
kontrolliert und optimiert werden. Warenverteilung, Nahrungszuteilung,
Waffenproduktion, Rekrutierung von Soldaten usw....usw...usw.... Wie
eingangs schon angemerkt: Die Siedler III haben es ganz schön in sich.
Lassen Sie sich von den kleinen niedlichen Burschen, bzw. Mädels, nicht
täuschen! Es handelt sich um ein hoch komplexes Spiel, bei dem Ihre
Handlungen und Bauaufträge direkten Einfluss auf das zukünftige
Geschehen haben! Jeder Schritt sollte also gut überdacht sein. Das
"Handling" dieser komplexen Vorgänge ist aber von Bluebyte in
vorbildlicher Weise in ein sagenhaft einfaches Gameplay gebettet worden,
so dass dem Spieler alle unnötige Arbeit abgenommen wurde. Auf fehlende
Werkzeuge wird hingewiesen und gute Bauplätze werden angezeigt, um nur
einmal zwei Aspekte anzureißen. Der Spieler kann sich auf das
Wesentliche konzentrieren und verliert sich nie in irgendwelchen
Unter-Menüs. Die Spielbarkeit von Siedler III ist einfach spitze!
Die militärische
Komponente in den Siedlern ist für reine wargamer erst einmal irgendwie
"niedlich". Es ist alles nicht so beinhart und ernsthaft, wie
z.B. in reinen WWII-Simulationen, sondern eben im Comic-Stil gehalten.
Die Kämpfe laufen, wie das ganze Spiel, in Echtzeit ab. Eine Übermacht
ist durchaus von großem Vorteil und gerade für die Eroberung von
feindlichen Wachtürmen oder Burgen sicher von Nöten. Das heftige
Schwertergeklirre wird hin und wieder von kleinen Seufzern Gefallener
durchbrochen, deren Seelen in der Spielerfarbe gen virtuellem Himmel
schweben. Wie gesagt, alles sehr niedlich. ;-) Neben Schwertkämpfern,
Bogenschützen und Lanzenträgern kann man auch Belagerungsgeschütze
bauen. Gold (oder, je nach Volk, auch andere Dinge) erhöht die
Kampfkraft Ihrer Truppe und der Bau eines Tempels gibt dann sogar noch
den Segen der "Götter" hinzu. Nun sollte doch eigentlich
nichts mehr schief gehen können, mit der Eroberung dieses miesen
feindlichen Turmes der bedrohlich nahe der Grenze gesichtet wurde. Militärische
Bauwerke stehen in Form von diversen Wachtürmen, Burgen und Kasernen
bereit. Baut man so einen Turm, erweitert sich der Einflußbereich des
Volkes und es kann neues Land besiedelt werden. Das geht immer so
weiter, bis man eines schönen Tages an die Grenze eines anderen Volkes
stößt und dann zeigt sich, welcher Spieler das effektivere
Wirtschaftssystem sein eigen nennen kann. Denn nur ein funktionierender
Wirtschaftskreislauf ermöglicht die Unterhaltung einer schlagkräftigen
Armee, auf die es zu diesem Zeitpunkt nun ankommt.
Die Siedler III
bieten aber noch viel mehr Aspekte: Diebe und Pioniere bevölkern die
virtuellen Siedlerwelten. Lazarette, Imkereien und Weingüter können
gebaut werden und....und ....und..., aber ich möchte ja nicht alles
verraten! |