| Rezension:
Steel
Beasts von eSim
wird von Shrapnel
Games
vertrieben. Die Installation funktioniert unter Windows 95 und 98 ohne
Komplikationen. Auf meiner Festplatte tummeln sich nach der Installation
runde 220 MB. Also ziemlich überschaubar und nicht zu groß.
Nachdem wir die
Simulation gestartet haben, befinden wir uns im Eingangsmenü. Dort
haben wir die Wahl zwischen Soforteinsatz, Tutorials (je 20!!Übungsszenarien)
und der Schießbahn. Weiterhin können wir als Einzelspieler (über
40 Szenarien) oder Mehrspieler (über 20 Szenarien) ins Gefecht ziehen.
Das Spiel simuliert die beiden Panzer "Leopard 2A4"
(Deutschland) und "M1A1" (USA).
Als besonders gut
empfinde ich die beigefügten Szenarien- und Geländeeditoren, auch wenn
die Handhabung derselben sicher einige Zeit der Eingewöhnung in
Anspruch nehmen dürfte. Ebenso können die Ergebnisse der gespielten
Partien betrachtet werden. Unter "Optionen" lassen sich
verschiedenste Einstellungen hinsichtlich des allgemeinen
Erscheinungsbildes treffen. Da auf eine Unterstützung von 3D Hardware
verzichtet wurde, bleibt die Grafik aber leider hinter den heutigen
Ansprüchen etwas zurück. Das hat aber wiederum den Vorteil das es auch
auf älteren PC´s spielbar ist. Jedenfalls lief es sauber und ohne
ruckeln auf mehreren PC-Systemen. Unter der Rubrik "Hilfe"
werden die wichtigsten Fragen für den Spieler schnell und gezielt
beantwortet. Um überhaupt in den Einsatz zu gelangen, müssen wir erst
einmal auf der Schießbahn und in den Tutorials Erfahrungen sammeln. Der
schnelle Erfolg ist bei Steel Beasts nicht möglich, da
jeder Zug - wie in der Realität - exakt geplant werden muß und
wenn man sich endlich für etwas entschieden hat, geht der Zug entweder
in Ordnung oder aber der Misserfolg ist vorprogrammiert. Bei Steel
Beasts kann man als Fahrer, Richtschütze oder Panzerkommandant
spielen, jedoch muß dabei jeder, aber auch wirklich jeder,
Schalter auf der Tastatur vollkommen und absolut beherrscht werden.
Steel Beasts strahlt eine Realitätsnähe aus die schon
sehr packend erscheint. Evtl. ist die Steuerung des Panzers hier beim
Computerspiel sogar schwieriger, als in der Realität, da die echten
Panzer ja mit den dementsprechenden Eingabegeräten ausgestattet sind
und der PC-Spieler sich zuhause mit der Tastatur, der Maus und dem
Joystick abquälen muß. Manchmal mit allen Geräten gleichzeitig, wobei
man sich dringend einen dritten Arm herbeiwünscht... Mit Joystick (ich
empfehle den Microsoft Sidewinder o.ä., da er viele Buttons bietet und
so einige Befehle dort untergebracht werden können) und den
diversen Tastaturbelegungen gehen wir nach langen und harten
Trainingsstunden ins erste Gefecht.....
Als Kommandant eines
Panzerverbandes rücke ich, nach der kurzen Einweisung auf der
Karte, mit meinen Stahlungetümen in Richtung Hügelkamm zu einzeln
stehenden Baumgruppen vor. Gemäß der bei der Einsatzbesprechung
vorgegebenen Kampfsituation hat meine Panzergruppe den Auftrag eine
Transporteinheit der russischen Streitkräfte abzufangen und zu
vernichten. Nachdem die Kampfgruppe hinter der Hügelgruppierung ihren
Bereitstellungsraum eingenommen hat, warten wir auf die angekündigten
Feindkräfte. Unterhalb unseres Bereitstellungsraumes verläuft querab
eine schlecht einsehbare Straße auf der jederzeit die Feindkräfte
erscheinen können. Um den anmarschierenden russischen Streitkräften
das Leben so schwer wie möglich zu machen, fordere ich
Artillerieunterstützung an. In wenigen Minuten wird meine Ari, wie von
mir bestellt, ein Minenfeld ausbringen, um die Bewegungsfreiheit des
Gegners noch mehr einzuschränken. Doch plötzlich erscheint das
gegnerische Ziel schon! Wie das Leben so spielt... viel zu früh! Ich hätte
lieber noch Zeit für den kompletten Aufbau meines Hinterhaltes benötigt,
aber leider wird daraus nun nicht mehr. Die Ari läßt sich auch Zeit
mit dem ersehnten Minenfeld, so daß langsam bei mir die Nervosität
steigt. Vor allem als ich die T-72 Begleitpanzer erkenne, die keine
leichten Gegner sind. Nichts ist es mit der leichten Aufgabe: Konvoi
zusammenschießen und dann heim zu Muttern. Ich lasse meinen Leo ein
kurzes Stück vorrücken, somit habe ich den Panzerturm mit allen Waffen
zum Einsatz bereit. Die Russkies müssen blind sein, aber egal was soll´s,
ich muß jetzt eingreifen. Ich erfasse das Ziel, gebe die Zielzuweisung
an meinen Richtschützen und der meldet mir: Ziel erkannt, vorderer T-72
erfasst. Der Richtschütze übernimmt jetzt die Steuerung der Kanone.
" Feuer frei" befehle ich und rauschend verlässt das Geschoß
die Panzerkanone. "Volltreffer"! Der Feindpanzer ist erledigt.
Mein Richtschütze nimmt eigenständig die Bekämpfung der Gegner vor.
Die BMPs des Gegners lassen ihre aufgesessene Infanterie gegen meinen
Verband vorgehen. Jetzt heißt es schnell reagieren, denn auf uns kommt
eine Panzerabwehrrakete zu. Nichts wie zurückrollen in die Deckung. Und
richtig, keinen Augenblick zu früh, schon schlägt die Waffe an der
Stelle ein, an der ich mich noch vor kurzem befunden habe. Jetzt reicht
es mir aber, wenn ich schon Artillerieunterstützung bekommen soll dann
aber richtig. Ich bestelle einen Cocktail von Splitter- und
Explosivgranaten für den Gegner. Und endlich kommt die volle Lage und
ist gleich beim ersten Mal deckend. (Puh was bin froh, ich stelle fest
das ich tatsächlich schwitze und das bei einem Spiel!) Jetzt rücke ich
wieder vor und betrachte das Kampffeld. Brennende Wracks stehen überall
herum und es sieht so aus, als ob mein Auftrag erledigt wäre.
Doch halt, da sind noch 2 feindliche Panzer die zwar nicht mehr mit
ihren zerschossenen Ketten davon kommen können, aber schießen können
die Spitzbuben noch. Doch das Problem ist gleich erledigt. Richtschütze
2 x Feuer frei und die Mission ist erfüllt.
Das Spielgeschehen
kann man nur als packend beschreiben und dabei stört einen dann auch
die kärgliche, häuserlose Landschaft nicht mehr so sehr. Man ist
einfach so mit allen Sinnen dabei, das man sich nur auf die Gegner
konzentriert, um nicht selbst als K.I.A. (Killed in Action = gefallen)
in den Statistiken verewigt zu werden.
Steel Beasts
wurde nach über 3 Jahren von einem ganz, ganz kleinen, enthusiastischem
und internationalem Team verwirklicht (hauptsächlich USA und
Deutschland) und fand mit Shrapnelgames einen fairen
Vertriebspartner. Hut (Helm?;-) ab, vor dieser starken Leistung!
Hoffentlich spielen wir in den folgenden Jahren noch mehr Simulationen
von eSim, ein Erfolg sei dem eSim-Team aber von dieser Stelle aus von
ganzem Herzen gegönnt! |